Beschlossene Sonderumlage auch für Käufer?

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Frage:

Ich habe Anfang des Jahres eine Eigentumswohnung erworben. Nun wurde von der Verwaltung im April ein vierstelliger Betrag eingefordert. Es handelt sich, wie man mir mitteilte, um eine Sonderumlage für eine Baumaßnahme, die die Gemeinschaft bereits im Sommer 2017 beschlossen hatte. Der Beschluss war mir zwar bekannt, aber ich hatte geglaubt, die Zahlungen seien bereits erfolgt. Ist dieser Beschluss für mich denn überhaupt bindend?

Antwort:

So wie Sie den Sachverhalt darstellen, müssen Sie die beschlossene Umlage wohl bezahlen. Auch wenn die Umlage vor Ihrem Kauf beschlossen wurde, müssen Sie dafür geradestehen. Denn zahlbar wird eine solche Umlage nicht automatisch mit dem Beschluss, sondern dann, wenn der Verwalter sie abruft. Zwischen Beschluss und der Zahlung können durchaus einige Monate liegen (Bundesgerichtshof, Aktenzeichen V ZR 257/16). Man sieht, wie wichtig es ist, sich beim Kauf einer Wohnung über alle Beschlüsse der Vergangenheit zu informieren, sie sind grundsätzlich bindend. Unter Umständen kauft man dann besser nicht, oder verhandelt über einen Ausgleich mit dem Verkäufer und regelt das über den Kaufvertrag.

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