Blütenreich ins neue Jahr – Farbtupfer für den winterlichen Garten

0

Wie sieht Ihr Garten in den ersten Monaten des Jahres aus? Grau, trübe, kahl? Das muss nicht sein. Denn es gibt eine ganze Reihe Ziersträucher, die unerschrocken den kühlen Temperaturen trotzen und schon sehr früh ihre Blüten zeigen. Landschaftsgärtner verwenden diese gern bei der Gartengestaltung, denn mit ihnen kann man noch vor dem offiziellen Frühlingsanfang erste Farbtupfer setzten, welche die winterliche Tristesse rund ums Haus vertreiben. Während sich die meisten anderen Bäume und Sträucher noch in der Winterruhe befinden, kommen diese sogenannten Frühblüher mit ihren zarten Knospen unserer Sehnsucht nach Frühling in der kalten Jahreszeit entgegen.

Je milder der Winter, desto eher erwacht die Blütenpracht

Schon sehr früh öffnen sich beispielsweise die stark duftenden Blüten des Winterschneeballs (Viburnum ’Dawn’). Die Knospen sind zunächst fast dunkelrot, voll aufgeblüht zeigt sich dann ein zartes Rosa. Dieser außergewöhnliche Schneeball bleibt über einen langen Zeitraum ein Blickfang im Garten: Ab Dezember erscheinen die ersten Knospen und bis zur Hauptblüte im März oder April öffnen sich immer wieder neue. Beeindruckend in der kalten Jahreszeit sind auch die Schneeforsythie (Abeliophyllum) mit duftenden weißen Blüten und der Winterjasmin (Jasminum nudiflorum). Beide Gehölze gehören zur Familie der Ölbaumgewächse und ent-wickeln sich am besten an geschützten, sonnigen bis halbschattigen Standorten. Die leuchtend gelben Blüten des Winterjasmins erinnern ein wenig an Forsythien und sind schon vor dem Blattaustrieb zu bewundern – bei milder Witterung oft sogar schon im Dezember. Werden die grasgrünen langen Triebe der Pflanze an einem Rankgitter befestigt, wächst der aparte Winterblüher sogar an Wänden und Mauern empor.

Mit seinem dichten Kleid aus leuchtend lilarosafarbenen Blüten stimmt der Vor-frühlings-Rhododendron ’Praecox’ opulent auf das Gartenjahr ein. Zumeist kann man sich an der Farbenpracht ab März erfreuen, doch in milden Wintern blüht dieser außergewöhnliche Strauch bereits ab Ende Februar. Am besten ist es, ihn an eine geschützte, vom Haus aus gut einsehbare Stelle zu platzieren. ’Praecox’ ist halbimmergrün und wirft einen Teil seiner glänzend dunkelgrünen Blätter im Herbst ab. Die Schmuckblatt-Mahonie (Mahonia bealii) ist dagegen immergrün. Ihre hellgelben Blüten bilden einen auffallenden Kontrast zu den ledrigen, dunkelgrünen Blättern. Sie ist ein ganzjährig attraktiver Strauch für licht­arme Standorte und wächst sogar im Schatten hoher Bäume. Ihre Hauptblütezeit liegt im März und April, doch bei milden Temperaturen erscheinen die angenehm duftenden Blüten auch eher. Die Schmuckblatt-Mahonie entwickelt sich am besten an einer vor Wind und Wintersonne geschützten Stelle im Garten. Bei jungen Pflanzen empfiehlt es sich in der kalten Jahreszeit zusätzlich, die Wurzeln leicht mit einer Schutzschicht aus Mulch oder Laub abzudecken.

Weiß, Rosa und Rot

Zu den schönsten und elegantesten Frühblühern gehören die Kamelien. Ihre Blüten sind einfach, halb oder ganz gefüllt und faszinieren mit ihrer gleichmäßigen, anmutigen Form. Die einfachen Blüten erinnern an die von Wildrosen; die gefüllten ­ähneln mit ihrer Üppigkeit denen der Päonien. Von Weiß über Rosa bis zu dunklem Rot reicht das Farbspektrum.
Landschaftsgärtner setzen in Deutschland allerdings nur sehr robuste Kamelien-sorten ins Freie – und auch nur dann, wenn die Voraussetzungen stimmen: Ganz-jährig draußen können die Pflanzen beispielsweise problemlos nur in den milden Wein­anbaugebieten der Republik wachsen oder in einem Innenhof, wo sie vor starkem Frost und austrocknendem Wind geschützt sind. Genauso wie Rho-dodendren benötigen Kamelien kalkfreie Erde, um sich gut zu entwickeln. Auch mit dem großen Sortiment der Schneeheide (Erica-carnea-Sorten) bringen die Experten für Garten und Landschaft Farbe in winterliche Gartenanlagen. Die Pflanzen sind absolut frostunempfindlich. Besonders eindrucksvolle Bilder entstehen, wenn die Zwergsträucher in Gruppen gepflanzt werden und dann regelrechte Blütenteppiche bilden.

Von Weiß über die verschiedensten Rosatöne bis hin zu dunklem Rotviolett – das Farbangebot der Schneeheide ist besonders umfangreich. Auch die Blütezeit erstreckt sich über einen langen Zeitraum: Die ersten Sorten zeigen ihre Pracht schon im November, die letzten verblühen erst im April. Werden sie geschickt kombiniert, kann man sich den ganzen Winter über an reichlich Farbe im Garten erfreuen. Auch nach der Blüte bleibt die Schneeheide attraktiv, denn die Pflanzen sind immergrün und haben zarte, nadelförmige Blättchen. Bei manchen Sorten färben diese sich im Winter dekorativ bronzegrün. Die Schneeheide benötigt wenig Platz und eignet sich deshalb auch ausgezeichnet für kleine Gärten oder den Vorgarten.

Echte Experten für Garten und Landschaft finden Sie unter: www.galabau.bw.de

Fotos: VGL Ba-Wü

Kommentare sind geschlossen.