Bürgschaft oder Kaution?

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Frage:

Demnächst steht eine Neuvermietung an. Mit ausziehenden Mietern hatte ich schon schlechte Erfahrungen. Nach dem Auszug blieben Schulden zurück. Die hinterlegte Kaution reichte oft nicht aus und ich musste eine Klage führen. Meine Kinder rieten mir nun, anstatt einer Kaution eine Bürgschaft zu nehmen. Kann ich da die Summe erweitern? Ich kann mir das nicht so recht vorstellen. Könnten Sie dazu etwas ­schreiben?

Antwort:

Ihre Bedenken bestehen zu Recht. Zunächst kann eine Bürgschaft auch nur in Höhe der zulässig möglichen Kaution gemäß § 551 Abs. 1 BGB vereinbart werden. Das heißt, drei Netto-Monatsmieten. Die Rechtsprechung sieht allerdings auch Ausnahmen von der Begrenzung der Bürgschaftssumme vor. Es kann durchaus eine höhere Sicherheitsleistung erreicht werden, wenn Sie diese nicht fordern, sondern der Bürge sie freiwillig anbietet. Der potenzielle Bürge muss an Sie herantreten und eine erweiterte Übernahme der Verbindlichkeiten aus dem Mietverhältnis ausdrücklich anbieten (LG Berlin, Urteil vom 1.9.2016, Az. 6 O 70/16). Eine weitere Ausnahme bildet eine Rettungsbürgschaft. Das ist der Fall, wenn der Mieter in Zahlungsverzug ist und der Vermieter den laufenden Mietvertrag berechtigterweise kündigen will. In diesem Fall springt der Bürge als Retter ein und gewährt dem Vermieter eine zusätzliche Mietsicherheit. Es entfällt dann die Begrenzung der Bürgschaft auf maximal drei Monatsmieten. Schließt ein Bürge eine solche Rettungsbürgschaft ab, so verpflichtet er sich zu der Zahlung sämtlicher Verbindlichkeiten des Mieters, die aus dem Mietverhältnis resultieren (BGH, Urteil vom 10.4.2013, Az. VIII ZR 379/12). Diese Form der Bürgschaft stellt ein hohes Risiko für den Bürgen dar. Das kommt auch nur sehr selten zum Zuge, da der Vermieter an der Fortsetzung eines solchen Mietverhältnisses in der Regel nicht interessiert ist.

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