Durchfeuchtete Estrichdämmschicht – Trocknung oder Rückbau?

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Es ist hinlänglich bekannt, dass Schimmelpilzbefall in Innenräumen gesundheitliche Beeinträchtigungen bei den Bewohnern hervorrufen kann. Ein Handlungsbedarf ist offensichtlich, wenn das Schimmelpilzwachstum eindeutig und mit bloßem Auge erkennbar ist. In diesem Fall ist die Ursache zu ermitteln, der Schimmelpilz fachgerecht zu entfernen und die weitere Entstehung durch geeignete Maßnahmen, z. B. Erhöhung der Wandtemperatur durch eine Innendämmung, zu unterbinden.

Ausreichendes Heizen und Lüften ist selbstverständlich ein wesentlicher Faktor, das Entstehen von Schimmelpilz zu verhindern. Was aber, wenn Baumaterialien durchfeuchtet waren, welche nicht ohne weiteres zugänglich sind, wie es in der Regel bei Estrichdämmschichten der Fall ist? Ab welchem Zeitraum der Durchfeuchtung wird es kritisch?

Was fällt alles unter den Begriff Schimmel?
Das Umweltbundesamt definiert im „Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden“ den Begriff Schimmel als „mit Schimmel befallene (Bau)Materialien oder Inventar, die mit Schimmelpilzen, Bakterien oder anderen Mikroorgansimen besiedelt sind, unabhängig davon, ob die Organsimen vital/aktiv darin wachsen oder gewachsen und bereits abgestorben sind. Der Leitfaden gibt Handlungsempfehlung zur Beurteilung von Feuchte- und Schimmelschäden in Fußböden“ und definiert 2 Bewertungsstufen, wobei in der Praxis die Mehrzahl der Vorkommnisse nach Bewertungsstufe 1 beurteilt werden können.

Schäden entwickeln sich über längeren Zeitraum
Danach ist ein Rückbau der Estrichdämmschicht nicht erforderlich, wenn es sich um ein aktuelles, einmaliges, kurzzeitiges Ereignis ohne Vorschaden mit nicht fäkalhaltigem Wasser handelt und eine Trocknung innerhalb von ca. 1 Monat sichergestellt werden kann. Bei der Mehrzahl der auftretenden Durchfeuchtungen in Fußbodenkonstruktionen handelt es sich jedoch um sogenannte Allmählich-keitsschäden, welche sich über einen längeren Zeitraum entwickelten und lange Zeit unerkannt blieben. Ein Rückbau der Fußbodenkonstruktion ist dann zu empfehlen „… wenn sich eine Trocknung über einen längeren Zeitraum von über 3 Monaten hinziehen würde bzw. hingezogen hat oder der Feuchteschaden über längere Zeiträume immer wieder aufgetreten ist (mehrmalige Feuchteereignisse) …“ In diesen Fällen sind mikrobiologische Untersuchungen prinzipiell nicht erforderlich. Soweit die Theorie!

Mikrobiologische Analyse ist ein Muss
Da in der Praxis jedoch auch häufig die Frage der Schadensregulierung geklärt werden muss, werden mikrobiologische Analysen dennoch unumgänglich sein. Im Fall einer länger vorliegenden Durchfeuchtung oder wenn der Eintritt des Schadensereignisses unbekannt ist, sollte auf eine Beprobung bestanden werden, da in der Praxis viel zu häufig Dämmschichttrocknungen durchgeführt werden, ohne dass eine mikrobielle Belastung ausgeschlossen wurde. Ein Befall ist in den meisten Fällen visuell nicht erkennbar und kann nur durch Laboranalysen nachgewiesen werden. Der Rückbau wird außerdem aus wirtschaftlichen Gründen bei Verbundestrich und bei auffälliger Geruchsbildung empfohlen.

Dass bei jeglichem Auftreten von Schimmelbefall ausschließlich Fachfirmen betraut werden, die mit den vielfältigen Regularien zur Schimmelschadensanierung vertraut sind, sollte selbstverständlich sein. ISOTEC-Fachbetriebe sind spezialisiert auf die Sanierung von Feuchtigkeits- und Schimmelschäden und führen diese bundesweit durch.

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Foto: isotec

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