Einrichten mit Holz – Natürliche Werkstoffe, wohnlicher Charme

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Ob skandinavische Moderne oder romantischer Landhausstil – mit Möbeln und Accessoires aus Holz zieht die Natur ins Haus ein und mit ihr ein wohnlicher Charakter. Dass alle Hölzer im Raum aus einer Familie stammen sollten, ist eine längst überholte Maxime. Erlaubt ist was gefällt – einzig das am Ende entstandene Gesamtbild sollte durch Stimmigkeit überzeugen. Und dafür gibt es ein paar einfache Grundregeln.

Holz möchte wirken

Holz braucht eine Bühne. Eine holzvertäfelte Wand kommt am besten zur Geltung, wenn alle anderen Wände des Raumes schlicht verputzt und uni gestrichen sind. Gleiches gilt fürs Mobiliar. Ein hochwertiger Holztisch besticht besonders dann durch Form und Maserung, wenn die darum platzierten Stühle mit einfarbigem Stoff bezogen sind und einen schönen Rahmen für das wertvolle Möbel bilden. Mit einem Zuviel an Holz erreicht man genau das Gegenteil: Holzvertäfelte Wände plus Holzmöbel gleich „Sauna-Effekt“. Leichtigkeit und Wohlfühlatmosphäre adé.

Holz braucht Farbe

Damit eine schöne Raumwirkung erzielt wird, sollte Holz immer mit Farbe kombiniert werden. Dabei gilt: Je heller das Holz, desto frischer darf auch die Wandfarbe ausfallen. Neben einem schlichten Weiß geben vor allem zarte Pastelltöne wie Rosé oder Taubenblau dem Raum eine luftig-leichte Atmosphäre. Wohntextilien und -accessoires in klaren kräftigen Tönen aus der gleichen Farbfamilie runden das Konzept stilvoll ab. Dunkle Hölzer wirken besonders edel mit Wänden in leicht gebrochenen Tönen wie Creme, Sand oder Elfenbein. Textilien und Wohndekoration in warmen, gern etwas kräftigeren Farbtönen wie Gelb, Orange oder Rot unterstreichen den natürlichen Charme des Mobiliars.

Wer lange Freude an Holzböden und -möbeln haben möchte, sollte ein paar einfache Regeln beachten:

– Wischen Sie Wassertropfen oder -ränder sofort trocken.
– Tragen Sie keine Pfennigabsätze auf Holzböden.
– Kleben Sie Filzgleiter unter alle Stuhl- und Tischbeine.
– Achten Sie auf eine möglichst konstante Raumluftfeuchte.
– Setzen Sie das Holz nicht einseitig der prallen Sonne aus.

Holz benötigt Schutz

Damit Holz lange schön bleibt und vor Flecken und Kratzern geschützt ist, sollte es versiegelt werden. Um die geeignete Holzpflege für den Boden oder das Mobiliar zu finden, muss im ersten Schritt die Art der Beanspruchung geklärt werden. Aushärtende oder nicht aushärtende Öle sorgen für eine offenporige Imprägnierung. Das Holz kann atmen, ist aber relativ anfällig für Verunreinigungen und Wasserflecke. Öl-Wachs-Systeme bieten Pflege und Schutz: Während das Öl tief in die Poren eindringt, bleibt das Wachs an der Oberfläche und weist Schmutz und Wasser ab. Auch sogenannte Kalt- und Warmwachse wirken wasserabstoßend und schützen vor Verschmutzungen. Für besonders stark beanspruchtes Holz eignet sich eine Polyurethan-Versiegelung. Sie besteht aus Polyesterharzen, polymeren Isocyanaten und Lösungsmitteln und bildet einen geschlossenen Film auf der Holzoberfläche. Nachteil: Die feuchtigkeitsregulierende Wirkung und der natürliche Charakter gehen verloren.

Ahorn: helle, gelblich-weiße, feine und gleichmäßige Textur. Belastbar, formstabil, für Bodenbeläge geeignet.
Birke: heller, gelblich-weißer Farbton, schlichte bis geflammte Zeichnung mit schimmernder Struktur. Interessant für Möbel und Wandverkleidungen.
Buche: gelbliches bis rosafarbenes Holz. Zählt zu den strapazierfähigsten heimischen Hölzern. Geeignet für Böden, Mobiliar und Wandverkleidungen.
Eiche: gelb-weiße bis gelb-braune Tönung, grobporig, mit prägnanter Maserung. Besonders hart und für alle Einsatzbereiche geeignet.
Esche: gelblicher bis rötlicher Farbton, grobporig und stark.
Fichte: gelblich-weiß mit deutlicher Maserung. Leichtes, elastisches Holz für Möbel und Wandverkleidungen.
Kiefer: gelbliche bis rötliche Färbung mit Astlöchern und Jahresringen. Weiches Holz für Mobiliar und Wandverkleidungen.
Lärche: rötliches Holz, härter als andere heimische Nadelbäume. Wird vielfach für Fenster, Türen, Treppen und Fassadenverkleidungen verwendet.
Nussbaum: rötliche bis violette Tönung mit wolkiger und geflammter Maserung. Festes, grobporiges Holz. Geeignet für Möbel und Böden.

Holz erfordert Pflege

Bei versiegeltem Holz reicht ein feuchtes Tuch zum Abwischen von Staub und für das Entfernen kleinerer Flecke. Unbehandeltes oder sehr offenporiges Holz hingegen sollte nicht abgewischt werden, da man die kleinen Schmutzteilchen dabei nur noch tiefer in die Maserung hineinreibt. Helle Hölzer werden dadurch gräulich, dunkle Hölzer wirken stumpf. Besser ist tatsächlich ein Staubwedel oder ein entsprechender Aufsatz für den Staubsauger. Wenn doch mal ein Malheur passiert ist, gibt es folgende Tricks: Starke Verschmutzungen kann man vorsichtig mit einem Poliervlies oder 280er Schleifpapier entfernen. Anschließend mit Pflanzenseife reinigen und je nach bereits vorhandener Versiegelung nachwachsen bzw. dünn einölen. Schrammen und Kratzer können mit Möbelwachs oder Holzkitt im passenden Farbton gefüllt werden. Und auch für Druckstellen gibt es eine smarte Lösung: Erst mit Schleifpapier anschleifen, dann leicht wässern und die Dellen mit einem feuchten Tuch und einem Bügeleisen herausdämpfen.

Text: Katrin Täubig
Fotos: ter Hürne / epr, MyHammer/ epr, Bona / epr, Massiv Holz / epr

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