Estrichdämmschicht – Trocknung oder Rückbau?

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Es ist hinlänglich bekannt, dass Schimmelpilzbefall in Innenräumen gesundheitliche Beeinträchtigungen bei den Bewohnern hervorrufen kann. Ein Handlungsbedarf ist offensichtlich, wenn das Schimmelpilzwachstum eindeutig und mit bloßem Auge erkennbar ist. In diesem Fall ist die Ursache zur ermitteln, der Schimmelpilz fachgerecht zu entfernen und die weitere Entstehung durch geeignete Maßnahmen, z. B. Erhöhung der Wandtemperatur durch eine Innendämmung, zu unterbinden.

Ausreichendes Heizen und Lüften ist selbstverständlich ebenfalls ein wesentlicher Faktor, das Entstehen von Schimmelpilz zu verhindern. Was aber, wenn Baumaterialien durchfeuchtet waren, welche nicht ohne weiteres zugänglich sind, wie es in der Regel bei Estrichdämmschichten der Fall ist? Ab welchem Zeitraum der Durchfeuchtung wird’s kritisch?

Was fällt alles unter den Begriff Schimmel?

Das Umweltbundesamt definiert den Begriff Schimmel folgendermaßen: „Mit Schimmel befallene Materialien sind Baumaterialien oder Inventar, die mit Schimmelpilzen, Bakterien oder anderen Mikroorgansimen besiedelt sind, unabhängig davon ob die Organsimen vital/aktiv darin wachsen oder gewachsen und bereits abgestorben sind. Man spricht begrifflich auch von Schimmelschäden.“

Darüber hinaus hat das Umweltbundesamt im überarbeiteten und Ende 2017 erschienenen „Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden“ eine „Handlungsempfehlung zur Beurteilung von Feuchte- und Schimmelschäden in Fußböden“ definiert. Der Leitfaden definiert 2 Bewertungsstufen, wobei in der Praxis die Mehrzahl der Vorkommnisse nach Bewertungsstufe 1 beurteilt werden können. Danach ist ein Rückbau der Estrichdämmschicht nicht erforderlich, wenn es sich um ein aktuelles, einmaliges, kurzzeitiges Ereignis ohne Vorschaden mit nicht fäkalhaltigem Wasser handelt und eine Trocknung innerhalb von ca. 1 Monat sicher- gestellt werden kann.

Bei der Mehrzahl der auftretenden Durchfeuchtungen in Fußbodenkonstruktionen handelt es sich jedoch um sogenannte Allmählichkeitsschäden, welche sich über einen längeren Zeitraum entwickelten und lange Zeit unerkannt blieben. Ein Rückbau der Fußbodenkonstruktion ist lt. Umweltbundesamt dann zu empfehlen „…. wenn sich eine Trocknung über einen längeren Zeitraum von über 3 Monaten hinziehen würde bzw. hingezogen hat oder der Feuchteschaden über längere Zeiträume immer wieder aufgetreten ist (mehrmalige Feuchteereignisse) …..“.

In diesen Fällen sind mikrobiologische Untersuchungen prinzipiell nicht erforderlich. Soweit die Theorie! Da in der Praxis jedoch auch häufig die Frage der Schadens- regulierung geklärt werden muss, werden mikrobiologische Analysen dennoch unumgänglich sein. Joachim Hug, welcher sich mit seinem ISOTEC-Fachbetrieb auf die Beseitigung von Feuchtigkeits- und Schimmelschäden in der Ortenau spezialisiert hat empfiehlt: „Im Fall einer länger vorliegenden Durchfeuchtung oder wenn der Eintritt des Schadensereignisses unbekannt ist, sollte auf eine Beprobung bestanden werden, da in der Praxis viel zu häufig Dämmschichttrocknungen durchgeführt werden, ohne dass eine mikrobielle Belastung ausgeschlossen wurde.“ Ein Befall ist in den meisten Fällen visuell nicht erkennbar und kann nur durch Laboranalysen nachgewiesen werden.

Der Leitfaden weist außerdem darauf hin: „Ein Fluten mit Bioziden (in der Praxis oft fälschlicherweise Desinfektion genannt) ist keine nachhaltige Sanierungsmaßnahme.“ Der Rückbau wird außerdem aus wirtschaftlichen Gründen bei Verbundestrich und bei auffälliger Geruchsbildung empfohlen.

Dass bei jeglichem Auftreten von Schimmelbefall ausschließlich Fachfirmen betraut werden, die mit den vielfältigen Regularien zur Schimmelschadensanierung vertraut sind, sollte selbstverständlich sein. ISOTEC-Fachbetriebe führen diese bundesweit durch. Auch zur fachgerechten Schimmelschadensanierung gibt der Leitfaden umfangreiche Informationen. www.isotec.de/hug Schimmelpilzsanierungsleitfaden kann kostenlos unter https://bit.ly/2T6pezM heruntergeladen werden.

Text und Bild: Joachim Hug

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