Gemeinschaftsgarten – Wohnungseigentümerin reißt Pflanzen aus

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Eine Wohnungseigentümergemeinschaft hatte beschlossen, dass die Bewohner den Hof erst einmal selbst nach Lust und Laune verschönern sollten: Jeder sollte pflanzen und pflegen, was ihm gefiel. Auf der nächsten Eigen-tümerversammlung wollten die Eigentümer dann über das weitere Vorgehen abstimmen und entscheiden, welche Pflanzen entfernt werden sollten, was stehen bleiben könne, oder ob eine Gartenbaufirma beauftragt werden sollte.

In der folgenden Versammlung wurde zwar der Beschluss gefasst, den „Garten weiterhin in Eigenregie zu bepflanzen und zu pflegen“. Zusätzlich sollte der Verwalter allerdings eine Gartenbaufirma damit beauftragen, Natursteinplatten zu verlegen, die mittlere Fläche von altem Ahorngehölz zu befreien und mit Efeu zu bepflanzen. Von diesem Beschluss hielt Eigentümerin P gar nichts, die im Gemeinschaftsbereich Edelhölzer gepflanzt hatte: Efeu schade Bäumen und Edelhölzern, meinte sie. Kaum waren die Efeupflanzen gesetzt, riss die Hobbygärtnerin sie wieder heraus. Auch die Natursteinplatten räumte sie zur Seite, weil sie ihr missfielen. Der Verwalter der Wohnanlage bat die Gartenbaufirma, den Schaden zu beseitigen. Kaum war das geschehen, wiederholte sich das „Spiel“: Frau P rupfte den Efeu aus dem Boden. 616 Euro musste die Eigentümergemeinschaft ausgeben, um den Garten wieder so zu gestalten, wie er nach ihrem Beschluss aussehen sollte. Sie forderte Frau P auf, diesen Betrag zu ersetzen.

Zu Recht, entschied das Gericht (Urteil des AG Schöneberg vom 17.2.2016 – 770 C 48/15 ). Wider den Beschluss der Eigentümergemeinschaft habe Frau P eigenmächtig Efeupflanzen und Natursteinplatten entfernt, damit in rechtswidriger Weise in das Gemeinschaftseigentum eingegriffen. Daher müsse sie für den Schaden aufkommen.
Ob Efeu den alten Baumbestand wirklich gefährden würde, könne hier offen bleiben. Auch wenn das zuträfe, wäre das Vorgehen von Frau P nicht zu rechtfertigen. Eigentümer dürften das Recht nicht selbst in die Hand nehmen, wenn ihnen die Beschlüsse nicht passten. Die müssten sie akzeptieren oder gerichtlich dagegen vorgehen.

Quelle: onlineurteile.de
Foto: tdx/MeinZiegelhaus

 

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