Hausnotruf: Vorsorgen für den Notfall

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In Deutschland stürzen 30 Prozent der über 65-Jährigen und 40 Prozent der über 80-Jährigen mindestens einmal pro Jahr. Dabei bedeutet ein Sturz speziell für ältere Menschen ein hohes Risiko und ist häufig der ausschlaggebende Grund für einen Krankenhaus- oder Heimaufenthalt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie, die im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit veröffentlicht wurde. Mit einem Hausnotruf ist im Notfall schnell Hilfe zur Stelle. Dies gibt nicht nur den Senioren die Möglichkeit, länger selbstständig in ihrer gewünschten Umgebung wohnen zu bleiben, es entlastet auch Angehörige und Pflegepersonal. „Das Problem ist, dass die meisten Senioren und Angehörigen einen Hausnotruf erst dann in Betracht ziehen, wenn bereits einmal etwas passiert ist“, erklärt Michaela Stevens von der „Initiative Hausnotruf“. Besser sei es, wenn ein solcher Notruf frühzeitig in die allgemeinen Vorsorgeüberlegungen einbezogen werde, bevor jemand verunglückt und zu lange auf Hilfe warten müsse. Das Prinzip des Hausnotrufs ist so einfach wie einleuchtend: Ein wie eine Armbanduhr getragener Sender verbindet sich auf Knopfdruck über Funk mit der Basisstation, die sofort Kontakt mit der rund um die Uhr besetzten Zentrale aufnimmt. Dort ist Tag und Nacht ein Mitarbeiter erreichbar, klärt in einem Gespräch die Dringlichkeit der Lage und schickt bei Bedarf den Bereitschaftsdienst vorbei. Dieser gelangt dank sicherer Schlüsselhinterlegung direkt in die Wohnung, um sofort helfen zu können.

Moderne Sturzsensoren unterstützen

Ist der Betroffene nach einem Unfall bewegungsunfähig oder gar besinnungslos, kann dank neuester Technik die Zentrale auch automatisch alarmiert werden. Möglich machen dies sogenannte Sturz oder Fallsensoren, die entweder in einem Handsender oder direkt in sensible Sturzmatten integriert sind. Eine Sturzmatte macht vor allem neben dem Bett oder im Badezimmer Sinn. Zum einen ist hier die Gefahr zu fallen besonders hoch, zum anderen legen manche Senioren zum Schlafen oder Duschen ihre tragbaren Notrufgeräte ab. Eine weitere Möglichkeit für mehr Sicherheit sind Geräte, die mit einem GPS-Sender versehen sind und so auch beim Spaziergang im Wald sicherstellen, dass ein gefallener oder verwirrter älterer Mensch genau geortet werden kann. Diese und viele weitere elektronische Anwendungen werden in der Fachsprache übrigens „Ambient Assisted Living“ (AAL) genannt.

Quelle: Initiative Hausnotruf, www.initiative-hausnotruf.de
Foto: Initiative Hausnotruf

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