Hecken schneiden – wann ist es erlaubt?

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Frage:

Auf einem Nachbargrundstück wird seit Jahren unregelmäßig, auch im Frühjahr und Sommer, ein Heckenschnitt vorgenommen. Das Grundstück ist weitläufig mit Hecken umrandet. Es ergibt sich allein dadurch schon auch ein ausgeprägter Handlungsbedarf, den wir durchaus verstehen. Wir sind selbst erst kürzlich wieder nach einem langen Auslandsaufenthalt in unser Eigentum eingezogen. Die bisherigen Mieter berichteten uns über diese Vorgänge. Nun ist das betroffene Nachbargrundstück auch vermietet. Wir möchten diese Mieter darauf hinweisen, dass es zu bestimmten Zeiten verboten ist, Hecken zu kürzen. Können Sie kurz darüber etwas ausführen? Wir möchten das gerne den Nachbarn gegenüber begründen.

Antwort:

Gerne führen wir dazu etwas aus. Das Bundesnaturschutzgesetz (§ 39, Abs. 5 Satz 2) verbietet es in der Zeit vom 1. März bis 30. September, Hecken „abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen“, also knapp über den Boden zu kappen. Das gilt auch für „lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze“. Ein starker Rückschnitt für eine Umgestaltung des Gartens ist in diesem Zeitraum also nicht zulässig. Erlaubt ist in dieser Zeit allerdings ein Form- und Pflegeschnitt. Gartenfreunde sollten darauf auch Rücksicht nehmen, wenn sie ihre Büsche mit einem „schonenden Form- und Pflegeschnitt“ bearbeiten wollen, den das Gesetz ausdrücklich ganzjährig erlaubt. Die Vorschrift dient dem Vogelschutz, denn die Tiere suchen im Frühjahr nach Brutplätzen. Sicher haben Ihre Nachbarn dafür Verständnis. Andernfalls raten wir Ihnen, sich an die Eigentümer des benachbarten Grundstücks zu wenden. Diese könnten aus mietrechtlicher Sicht tätig werden. Im Übrigen begeht der Zuwiderhandelnde eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem empfindlichen Ordnungsgeld geahndet wird.

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