Was es beim Haus- und Umbau zu beachten gilt – Heimvernetzung richtig machen

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„Alexa, Licht an!“ – so betreten mittlerweile immer mehr Bundesbürger ihre Wohnung. Von unterwegs wird übers Smartphone bereits die Heizung eingeschaltet und die Rollläden fahren selbstständig bei Einbruch der Dunkelheit herunter. Auch der Fernseher wird per Sprachsteuerung bedient, über Mediatheken wird jederzeit genau das gestreamt, wonach einem ist. Willkommen im vernetzten Zuhause!

Grundvoraussetzung für all diese Anwendungen ist und bleibt ein stabiles Internet. Doch genau daran hapert es heutzutage in vielen Haushalten. Probleme mit langsamen oder instabilen Internetverbindungen gehören zu den häufigsten Gründen, wegen denen die Hotlines der Netzbetreiber kontaktiert werden. Dabei liegt die Ursache für diese Probleme in der Regel nicht am Telefon- und Internetanschluss selbst, sondern an der Technik und Verkabelung im Haus. Darum sollte bereits beim Neubau und auch später beim Umbau, bei Sanierungen oder Renovierungen auf die notwendigen technischen Voraussetzungen für ein stabiles Heimnetzwerk geachtet werden.

Wer baut oder in eine neue Wohnung zieht, sollte sich zunächst für eine leistungsfähige Technologie entscheiden. Grundsätzlich gilt: Für schnelle Internetverbindungen ist ein Glasfaser- anschluss die bessere Wahl als ein Kabelanschluss. Denn bei letzterem müssen sich die Nutzer die Bandbreite sehr häufig mit ihren Nachbarn im Haus teilen, man spricht hier auch von einem „Shared Medium“. Bei einem Glasfaseranschluss hingegen kommt die bestellte Bandbreite exklusiv beim jeweiligen Kunden an.

Mieter an Glasfaser-Investitionen beteiligen

Bislang sind jedoch vor allem Mieter an Kabelanschlüsse gebunden, ob sie diese wollen oder nicht. Mit der jüngsten Novelle des Telekommunikationsgesetzes TKG ändert sich das: Eine der Neuerungen, die zwölf Millionen Mieter betrifft und nach einer Übergangsphase ab 2024 in Kraft tritt, schafft die Nebenkostenumlage für Kabelfernsehen ab. Vermieter dürfen die Kosten für den Internetanschluss künftig nur noch auf ihre Mieter umlegen, wenn neue Glasfaser-Anschlüsse für Gigabit-Internet bis in die Häuser und Wohnungen verlegt werden. An den Investitionskosten können die Eigentümer die Mieter mit einem Bereitstellungsentgelt von bis zu fünf Euro pro Monat beteiligen.

Im Haus bzw. in der Wohnung selbst geht‘s dann weiter mit der entsprechenden Hardware und Verkabelung: Am Abschlusspunkt Linientechnik, kurz APL, oder Hausverteiler, endet das Verzweigungskabel, das von den grauen Kästen am Straßenrand kommt. Die APL-Dose sitzt zumeist im Keller oder Erdgeschoss des Treppenhauses. Bei Altinstallationen ist sie häufig noch an der Außenwand des Hauses zu finden. Hier lohnt sich bei Gebäudesanierungen oder Renovierungen oft ein Austausch, da die mitunter jahrzehntealte Dose häufig in einem schlechten technischen Zustand ist.

Auf solide Steigleitung achten

Gleiches gilt für die Steigleitung, die vom APL in die einzelnen Wohnungen führt. Auch sie ist – in schlechtem Zustand – eine häufige Fehlerquelle für langsame Internet-Verbindungen im Haus. Früher wurden die Steigleitungen oft ohne umschließende Leerrohre verlegt und hängten deshalb ungesichert und schutzlos an der Wand. Kabelbrüche und Korrosion waren daher nicht selten. Gerade bei Renovierungen kann dem Problem der porösen Isolation in Verbindung mit Feuchtigkeit auf den Grund gegangen werden. Ältere oder billige Steigleitungen sollten ausgetauscht werden, da sie heutigen Qualitätsansprüchen für schnelle Internetverbindungen nicht gewachsen sind. Das Ende der Steigleitung ist die TAE: Die Telekommunikations-Anschluss-Einheit ist die Telefondose, die sich in jedem Haushalt findet, zumeist im Flur, oder auch im Wohn- oder Schlafzimmer. Auch hier lohnt es sich für Hausbesitzer bzw. Mieter, einen Blick drauf zu werfen, da eine marode TAE Quelle für Internetstörungen sein kann.

Stabiles Internet per LAN-Kabel

Wer neu baut oder umbaut sollte zudem an LAN-Buchsen in jedem Raum denken, denn das stabilste Heimnetzwerk erzielt man immer noch über eine LAN-Verkabelung. Aus optischen Gründen oder aus Bequemlichkeit greifen die meisten Anwender jedoch per WLAN aufs Internet zu. Hier ist nicht nur die Wahl eines leistungsfähigen Routers, z. B. des Speedports Smart 4, des Speedports Pro Plus oder der Fritzbox 7590 entscheidend, sondern auch die Wahl des richtigen Router-Standorts. Auch hier gibt es einige Fallstricke zu beachten.

Richtigen Router-Standort finden

Aufzüge, dicke Wände, spezielle Fensterverglasungen und Fußbodenheizungen stellen oftmals ein Hindernis für das WLAN-Signal dar. Auch Möbel können die Funksignale ausbremsen. Dasselbe gilt für Aquarien oder Pflanzen. Selbst Glastüren können auf ihrer Oberfläche WLAN-Wellen reflektieren, wodurch die Reichweite verringert wird. Der Router sollte daher möglichst frei und erhöht platziert werden, mindestens einen Meter hoch. Und möglichst nahe an den Orten und Geräten, die per WLAN erreicht werden sollen – also nicht im Keller, sondern zentral platziert. Zudem sollte der Router nicht verdeckt stehen zwischen Möbeln oder gar im geschlossenen Schrank versteckt. Mit Softwaretools und Apps lässt sich die Signalstärke des WLAN-Routers leicht ausmessen, um einen optimalen Standort zu ermitteln.

Mesh-WLAN bringt Bandbreite in alle Ecken

Für größere Wohnungen oder Häuser über mehrere Etagen empfiehlt sich ein WLAN mit Mesh-Technologie, das für einen ungebremsten Empfang in allen Ecken sorgt. Während die Reichweite eines gewöhnlichen WLAN-Routers bei maximal 10-20 Metern liegt – und mit jedem Meter Entfernung nimmt die Leistung des Signals ab – arbeiten in einem Mesh-Netzwerk mehrere Geräte (spezielle Mesh-Repeater) zusammen und erzeugen so ein flächendeckendes WLAN-Netz. Ein solches Mesh-WLAN ist vor allem dann geboten, wenn mehrere Endgeräte genutzt und überall hohe Datenraten gebraucht werden.

Experten helfen flexibel weiter

Wer sich den Aufbau eines solchen Mesh-Netzwerkes allein nicht zutraut oder anderweitige Probleme mit seinem Heimnetzwerk hat, dem bieten Telefon- und Internet-Anbieter professionelle Hilfe in Form eines Rundum-Sorglos-Services an. Die Experten sorgen anbieterunabhängig dafür, dass die verfügbare Bandbreite überall dort ankommt, wo sie benötigt wird – egal, ob im Wohnzimmer, auf der Terrasse oder im Arbeitszimmer unterm Dach. So steht einem ungetrübten Surfvergnügen oder Filmstreaming nichts mehr im Weg.

Text: Dr. Ferri Abolhassan, Sales- und Servicechef Telekom Deutschland
Bild: Telekom Deutschland

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