Igel sind keine Haustiere!

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Frage:

Schon vorletzten Sommer hatten wir Ärger mit einer Mietpartei; es ging um das Anlocken von Vögeln durch andauernde Fütterung. Wir haben damals ­einen Ratschlag Ihrer Redaktion erbeten und konnten das Problem auch lösen. Nun hören wir von einem Mieter, der im Haus für uns eine Vertrauensperson ist (wir wohnen selbst nicht vor Ort), dass die tierfreundliche Mietpartei aufgefundene Igel pflegt. In unseren Mietverträgen besteht eine wirksame Klausel zur Tierhaltung. Die betreffenden Mieter haben wir zur Rede gestellt. Diese meinen aber, Igel seien Kleintiere, die man halten darf. Unsere Frage ist, ob Igel wirklich unter die erlaubte Kleintierhaltung fallen?

Antwort:

Es ist immer wieder ein Thema mit Beginn des Spätherbsts. In der kalten Jahreszeit nehmen manche Mieter aus Mitleid Igel in ihre Wohnung auf. Doch Igel dürfen nicht ohne Weiteres in einer Mietwohnung gehalten werden, denn sie sind keine Haustiere. Erfährt ein Vermieter davon, dass sein Mieter Igel in die Mietwohnung aufgenommen hat, ist er zur Abmahnung berechtigt. Hält der Mieter dann trotz Abmahnung an der Igelhaltung fest, kann eine Kündigung gerechtfertigt sein. So entschied bspw. das Amtsgericht Berlin-Spandau (AG Berlin-Spandau, Urteil vom 11. Nov. 2014, AZ 12 C 133/14). Ein Mieter hatte Igel in seiner Mietwohnung untergebracht. Andere Hausbewohner beschwerten sich über einen unangenehmen Geruch aus der Wohnung, deshalb sprach der Vermieter eine Abmahnung aus. Da der Mieter die Igel nicht aus der Wohnung entfernte, kündigte der Vermieter und klagte auf Räumung. Das Amtsgericht entschied zugunsten des Vermieters. Die Kündigung war rechtmäßig. Denn Igel sind keine Haustiere, sondern Wildtiere. Deshalb sind die mietrechtlichen Regeln über Kleintierhaltung nicht anzuwenden.

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