Innentemperatur in Ladengeschäften

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Frage:

Ich habe mit meinem Mann vor einiger Zeit eine Immobilie in Sachsen übernommen. Außer vier Wohnungsmietparteien befindet sich im Erdgeschoss ein Ladengeschäft (Mode- und Kurzwaren). Der Pachtvertrag war kurz vor unserer Übernahme für fünf Jahre verlängert worden. Wir hörten nun, dass der Ladeninhaber schon häufiger über die unzureichenden Innentemperaturen geklagt hat. Bisher liegt uns selbst keine Beschwerde vor. Gibt es für gewerblich genutzte Räume Vorschriften über Temperaturen, wie etwa bei Wohnungen?

Antwort:

Zunächst sollten Sie den Mietvertrag prüfen, ob dort eine Regelung über die Bereitstellung von Temperaturen getroffen ist. Daran hätten Sie sich zu halten. Ansonsten können wir auf ein jüngst ergangenes Urteil des OLG Rostock verweisen. Das Gericht stellte fest, dass insbesondere in einem Ladengeschäft der Bekleidungsbranche eine Raumtemperatur zwischen 20 und 26 Grad als angemessen zu betrachten ist. Die erforderliche Temperatur ergibt sich aus der vereinbarten Nutzung der Räume bzw. aus den Bedürfnissen des Personals und der Kunden. Die Feststellungen des Gerichts betrafen den Betrieb eines Textilgeschäftes. Bei einer Nutzung zum Beispiel als Metzgerei kann es durchaus zu einem anderen Ergebnis kommen. (OLG Rostock, Urteil vom 17.5.18, Az. 3 U 78/16). Im entschiedenen Fall erkannte das OLG auf eine berechtigte Mietminderung von 25 Prozent, weil der Vermieter die erforderliche Raumtemparatur nicht regelmäßig bereitstellen konnte und es somit ein erheblicher Mangel vorlag.

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