Die Küche der Zukunft – E-Mail von der Waschmaschine

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Wer die Waschmaschine und den Wäschetrockner in einem separaten Hauswirtschaftsraum im Keller untergebracht hat, kennt das Problem: War man abgelenkt oder in Eile und hat nicht zur Uhr geschaut, als das Gerät eingeschaltet wurde, weiß man nicht, wie lange das ausgewählte Programm noch laufen wird. Also schaut man im Zweifel lieber öfter mal nach, ob die Wäsche schon fertig gewaschen ist und entnommen werden kann oder wie lange der Trockner noch benötigt, um die Wäschestücke flauschig, frisch und möglichst knitterfrei wieder zur Verwendung bereitzustellen.

Blickt man sich bei den führenden Hausgeräte-Herstellern um, scheinen solche Sorgen zukünftig ein Relikt der Vergangenheit zu sein. Denn im Zeitalter von Digitalisierung und Vernetzung macht der Fortschritt auch vor der so genannten weißen Ware nicht halt. Sprich: Haushaltsgeräte können heute ins WLAN eingebunden werden und sind anschließend über diverse Apps steuerbar. Das kann uns das Leben in vieler Hinsicht erleichtern, birgt aber auch Risiken, was Sicherheit und Datenschutz anbetrifft.

Besserer Workflow im Haushalt

Mit dem entsprechenden Equipment kann man sich beispielsweise von seinem Smartphone darüber informieren lassen, welche der ins System integrierten Geräte gerade ihren Dienst verrichten. Eine übersichtliche Benutzeroberfläche verrät dann die Restlaufzeit der Waschmaschine oder auch wann der Braten, der gerade im Backofen vor sich hin brutzelt, gar ist. Vorteile: Die Hausarbeit lässt sich besser koordinieren und unnötige Wege können vermieden werden. Noch recht neu ist, dass die Geräte auch untereinander kommunizieren. So erfasst zum Beispiel die Dunstabzugshaube die Informationen, die das Kochfeld bereitstellt, und passt ihre Betriebsstufe entsprechend an. Das kann für ein besseres Raumklima sorgen – bei den derzeit vielfach in den Wohnraum integrierten offenen Küchen ein wichtiger Punkt. Und auch das Thema Energieeffizienz soll dabei nicht zu kurz kommen. Damit so wenig Strom wie möglich verbraucht wird, ermittelt die Haube die optimale Nachlaufzeit und schaltet sich danach automatisch ab. Wichtiger Hinweis: Natürlich ließen sich über diese smarte Technik nahezu alle Geräte steuern, doch es gibt gewollte Einschränkungen. Kochfelder und Backöfen dürfen aus Gründen der Sicherheit und des Brandschutzes aus der Ferne beispielsweise nur aus- aber nicht eingeschaltet werden. Wenn es nach dem Essen dann an den Abwasch geht, können wir auch hier mit smarten Helfern und Funktionen rechnen. Denn für alles, was nicht für die Reinigung im Geschirrspüler geeignet ist, lässt sich über intelligente Bedienelemente die exakte Wassertemperatur und -menge einstellen. Kleiner Wermutstropfen: Wenn die Qualität der Zutaten nicht stimmt oder entscheidende Gewürze fehlen, kann auch der smarteste Backofen das Gericht nicht retten.

Wirklicher Nutzwert oder unnötige Datenflut

Natürlich muten solche Szenarien größtenteils noch etwas futuristisch an, doch vieles wird schon recht bald Alltag für uns sein. Und wie immer ist der Anwender nicht davon befreit, sich über Risiken und Nebenwirkungen zu informieren. Denn klar ist auch: Wenn Geräte verschiedener Hersteller miteinander vernetzt sind, kommunizieren sie über Cloud-Systeme, die von unterschiedlichen Anbietern mit unterschiedlichen Sicherheitsstandards angeboten und betrieben werden. Als Kunde sollte man sich also nicht zu sorglos verhalten, was mit den übermittelten und gespeicherten Daten geschieht, sondern diesbezüglich genaue Informationen einholen. Immer bedeutender wird in diesem Zusammenhang die Nutzung von WLAN. Laut Michael Brand, Polizeioberkommissar im Dezernat Cybercrime, Kriminalpolizeidirektion Heidelberg beim Polizeipräsidium Mannheim, ist es bei vielen Heimnetzwerken das Einfallstor überhaupt. Regelmäßige Versionsupdates, der Verschlüsselungsstandard WPA2 und sichere Passwörter sollten selbstverständlich sein.

Text: Katrin Täubig
Fotos: Miele, AEG Hausegeräte

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