Kündigung wegen ­eingelagertem Trödel?

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Frage:

Wir haben kürzlich gelesen, dass die Lagerung von Gegenständen, Kartons und einer Unmenge von Trödelkram kein Kündigungsgrund ist. Wir ­haben einen ähnlichen Fall bei einer unserer Vermietungen. Im Treppenhaus und vor dem Eingang wurde ebenfalls ­etwas abgestellt. Leider können wir das Urteil des Amtsgerichts nicht mehr finden. Hat es angesichts solcher Urteile überhaupt einen Zweck, dass wir dagegen etwas unternehmen?

Antwort:

Sicher lohnt es sich etwas zu unternehmen, wenn Ihre Mieter gegen mietrechtliche Vorschriften verstoßen. Allerdings muss das anhand des Einzelfalles geprüft werden. Wir konnten ein Urteil des AG Gießen vom 29.1.2021 finden. Auf den ersten Blick erschien das Urteil etwas unverständlich. Aber bei genauem Hinsehen stellt sich heraus, dass es sich bei dem Anwesen mit der streitgegenständlichen Trödeleinlagerung um ein vermietetes Einfamilienhaus handelte. Dadurch fielen einige Gesichtspunkte wie Störung von Mitbewohnern durch Lagerung im Treppenhaus und im Eingangsbereich usw. weg. Das Gericht kam also zu einem Urteil, welches erst bei genauer Kenntnis aller Umstände durchaus verständlich ist (AG Gießen, Urteil vom 29.1.2021, Az. 39 C 114/20). Wenn es sich in Ihrem Fall um eine vermietete Wohneinheit in einem Mehrfamilienhaus handelt, ist sicher eine andere Beurteilung möglich. Grundsätzlich haben dort abgestellte Gegenstände im Treppenhaus, vor dem Wohnungseingang, kurz auf allen von den Hausbewohnern gemeinsam genutzten Flächen, nichts zu suchen. Innerhalb seiner eigenen Mietsache kann allerdings ein Mieter zunächst aufbewahren und lagern, was er möchte. Erst wenn gesundheitsgefährdende Umstände eintreten, wie etwa Ungezieferentwicklung, Geruchsbelästigung usw. können Sie einschreiten und sicher auch mit gerichtlicher Unterstützung etwas erreichen. Lassen Sie sich auf jeden Fall beraten, bevor Sie etwas ­unternehmen.

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