Lärmbelästigung durch ­benachbarte Baustelle

0

Frage:

Eine Mietpartei unseres Mehrfamilienhauses will die Miete mindern, weil in der Nachbarschaft eine Baustelle betrieben wird. Dort wird ein mehrstöckiges Wohnhaus errichtet. Wir wohnen selbst nicht vor Ort. Andere Anwohner haben uns aber berichtet, dass die Arbeiten zu normalen Tageszeiten durchgeführt werden, von 7:30 bis 17:30 Uhr. Eine erste Minderung der Miete wurde bereits in Höhe von 15 Prozent vorgenommen. Müssen wir diese Minderung hinnehmen?

Antwort:

Eine generelle Bewertung wird man bei solchen Sachverhalten nicht vornehmen können. Es wird je nach den Umständen des Einzelfalles zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Ihre Auffassung wird durch ein Urteil des Landgerichts Berlin gestützt. In einem ähnlich gelagerten Fall kam das Gericht zu dem Ergebnis, dass eine vorübergehende erhöhte Lärmbelästigung durch eine Baustelle in der Nachbarschaft nicht zu einer Minderung der Miete berechtigt. Auch die Tatsache, dass ein Mieter die Fenster tagsüber geschlossen halten müsse, ändert nichts an der Beurteilung. Den Vermieter treffe dafür keine Haftung (LG Berlin, Urteil vom 23.1.2019, Az. 65 S 170/18). Je nach den Umständen kann auch ein anderes Urteil herauskommen. So hat das Landgericht Hamburg bei einer Lärmbelästigung von einer Großbaustelle auf dem Nachbargrundstück eine berechtigte Mietminderung gesehen (LG Hamburg, Urteil vom 21.12.2018, Az. 316 S 71/18).

Kommentare sind geschlossen.