Legionellen Schritt für Schritt bekämpfen

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Eigentümer von Mehrfamilienhäusern, in denen das Trinkwasser zentral erwärmt wird, müssen laut Trinkwasserverordnung alle drei Jahre eine Legionellenprüfung (orientierende Untersuchung) in Auftrag geben. Von einer Kontamination der Trinkwasseranlage spricht man, wenn in mindestens einer Probe der sogenannte technische Maßnahmenwert von 100 koloniebildenden Einheiten (KBE) pro 100 Milliliter Trinkwasser überschritten wird. Ist dies der Fall, muss der Hauseigentümer folgende Schritte einleiten:

1. Informationen der Mieter und Meldung beim Gesundheitsamt

Eigentümer müssen als erstes die Hausbewohner informieren. Dabei genügt ein Aushang der Prüfergebnisse im Treppenhaus. Außerdem müssen Betreiber das Ergebnis dem zuständigen Gesundheitsamt melden. Dieses bestimmt die nächsten Schritte. Ein sofortiges Duschverbot wird meist aber nur bei sehr starkem Befall (ab 10.000 KBE) erlassen.

2. Gefährdungsanalyse

Die Trinkwasserverordnung schreibt im Fall einer festgestellten Kontamination nach § 16 Absatz 7 TrinkwV eine sogenannte Gefährdungsanalyse vor: Ein unabhängiger Gutachter besichtigt die Anlage vor Ort, verfasst einen Abschlussbericht für das Gesundheitsamt und legt die Entnahmestellen für die weitergehende Untersuchung fest.

3. Weitergehende Untersuchung

Der Dienstleister nimmt erneut Proben an Stellen, die entweder vom Gesundheitsamt vorgegeben, aus der Gefährdungsanalyse oder auf Grundlage des DVGW-Arbeitsblatts W 551 festgelegt werden. So lassen sich die kontaminierten Leitungsteile besser eingrenzen. Das Arbeitsblatt W 551 des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.) enthält die Vorgaben und Anforderungen für den hygienisch sicheren Betrieb von Trinkwasser-Installationen.

4. Sanierungsmaßnahmen

Ja nach Ursache des Legionellenbefalls gibt es drei verschiedene Varianten zur Bekämpfung: betriebstechnische Maßnahmen (Heizungsbauer ändert technische Einstellungen), verfahrenstechnische Maßnahmen (Desinfektion) und bautechnische Maßnahmen (Sanierung oder Austausch von Leitungen, Armaturen etc.).

5. Nachuntersuchung

Die Nachuntersuchung zeigt, ob die Sanierung erfolgreich war. Sie muss mindestens zweimal durchgeführt werden: eine Woche nach Abschluss der Sanierungsarbeiten und erneut ein Viertel Jahr später. Ergeben beide Kontrollen, dass der Legionellen-Wert wieder unter 100 KBE gesunken ist, ist die nächste Untersuchung erst wieder im ursprünglichen Drei-Jahres-Rhythmus fällig. Ist die Anlage weiterhin kontaminiert, sind weitere Sanierungsmaßnahmen und Nachuntersuchungen nötig.

Tipp: Beauftragt der Betreiber einen Dienstleister mit der Legionellenprüfung, verringert sich für ihn auch im Fall eines positiven Laborbefunds der Arbeitsaufwand erheblich. Der Dienstleister begleitet den Kunden durch alle folgenden Schritte. Bei Sanierungsmaßnahmen kooperiert Minol beispielsweise mit der unabhängigen Expertenorganisation DEKRA.

Weitere Informationen: www.minol.de/legionellenpruefung
Foto: Minol

Quelle: www.minol.de


Die Untersuchung des Trinkwassers auf krankmachende Legionellen ist alle 3 Jahre Pflicht. Die Pflicht gilt für die meisten Mehrfamilienhäuser ab 3 Wohnungen mit zentraler Warmwasserbereitung, in Deutschland sind das etwa 2 Millionen. Ein- und Zweifamilienhäuser sind generell von der Prüfpflicht ausgenommen. Etwa 15 Prozent der untersuchten Objekte weisen einen positiven Befund aus.

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