Magnolie versperrt Aussicht

0

Frage:

Nachdem die Magnolie eines Mieters über unsere Balkonbrüstung ragt, frage ich Sie, was ich in dieser Sache machen kann. Sie versperrt uns die Aussicht und das wollen wir nicht ohne weiteres hinnehmen. Vergangenes Jahr wurde in der Eigentümerversammlung abgestimmt, dass Büsche auf dem Gelände eine max. Höhe von 1,8 m erreichen dürfen. Damals wurde auch über Bäume gesprochen, aber der Verwalter hat den Fehler gemacht, in seinem Protokoll nur von Büschen zu schreiben. Nachdem ich im Frühjahr den Mieter gebeten habe, die Magnolie zurückzuschneiden, hat dieser sich an den Verwalter gewandt und dieser hat mir zu verstehen gegeben, dass die Magnolie kein Busch, sondern ein Baum wäre und somit die 1,8 m nicht eingehalten werden müssten. Jetzt möchte er in der nächsten Eigentümerversammlung eine Abstimmung herbeiführen, ob die Magnolie geschnitten werden soll oder nicht. Ich kann die Logik nicht nachvollziehen, dass ein Busch nur 1,8 m erreichen darf, bei ­einem Baum dagegen die Höhe keine Rolle spielt. Die Magnolie hat mittlerweile eine Höhe von circa 5,5 m. Die Gemeinschaft hat nur den Grund zur Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt, die Bepflanzung darf der Mieter frei wählen. Deshalb meine Frage: Ist die Gemeinschaft überhaupt gefragt, über diese Sache zu entscheiden, oder ist es eine Angelegenheit zwischen dem Mieter und mir?

Antwort:

Eine Magnolie kann sowohl ein Busch, als auch ein Baum sein. Dies wird an der Größe festgemacht. Nach Ihrer Größenangabe handelt es sich wohl um einen Baum. Der Beschluss der Gemeinschaft befasst sich aber mit der Höhe von Büschen. Der Verwalter hat bei der Behandlung dieser Bepflanzungsfrage wohl keine glückliche Hand gehabt. Einen klaren Fehler kann man ihm aber aus unserer Sicht nicht vorwerfen. Wie Sie schon vermuten, ist die Gemeinschaft für Ihr Anliegen nicht zuständig. Offensichtlich hat hier ein Mitglied der Eigentümer-gemeinschaft die betreffende Wohnung vermietet. Eine mietrechtliche Beziehung besteht ausschließlich zwischen ihm und seinem Mieter. Wir gehen davon aus, dass der Wohnungsmieter wohl berechtigt ist, eine Bepflanzung nach seinem Ermessen vorzunehmen. Sie können sich zunächst an den Vermieter wenden und ihn bitten, das mit seinem Mieter abzuklären. Erfahrungsgemäß wird er kein großes Interesse daran haben, mit seinem Mieter einen Streit zu führen. Wir kennen auch nicht den Inhalt des Mietvertrages. Sie haben aber auch einen ­eigenen Anspruch aus nachbarrechtlicher Position. Auch wenn der Mieter beliebig bepflanzen darf, muss eine empfindliche Störung eines Nachbarn unterbleiben. Letztlich bliebe Ihnen dann, eine Klage gegen den Mieter auf Unterlassung, bzw. Beseitigung. Es kommt darauf an, wie erheblich Ihre Beeinträchtigung (Ausblick) ist.

Kommentare sind geschlossen.