Mieter kündigt Versorger vor dem Auszug

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Frage:

Meine Mieter hatten den Mietvertrag fristgemäß zum 31.4.2018 gekündigt. Den von ihnen abgeschlossenen Vertrag mit dem Energieversorger kündigten sie jedoch offenbar schon zum 14.4.2018. Ich habe nämlich eine Abrechnung über Leerstand für den Zeitraum 14.4.bis 30.4.18 erhalten. De facto war doch die Wohnung noch vermietet, also kein „Leerstand“. Nun meine Frage: Ist der Mieter für die Dauer des Mietverhältnisses grundsätzlich verpflichtet, einen Vertrag mit dem Energielieferanten aufrechtzuerhalten. Muss dies so im Mietvertrag fixiert sein? Wenn der Mieter früher auszieht und dem Energiever­sorger kündigt, ohne mich zu infor­mieren, muss ich dann für die Betriebskosten aufkommen?

Antwort:

Nein, Sie müssen für die von Ihrem Mieter verursachten Kosten nicht aufkommen und haben einen Anspruch gegen ihn. Streng genommen müsste der Mieter Sie darüber informieren, wenn er nach Beendigung seines Versorgungsvertrages noch Strom, Wasser, Gas entnimmt. Es ist ja möglich, dass er vorhatte, auch vor dem formalen Ende des Mietverhältnisses auszuziehen. Verbleibt er trotzdem und entnimmt Leistung aus dem Versorgungssystem, ohne mit Ihnen eine Absprache zu treffen, handelt er rechtswidrig. Eine entsprechende Verpflichtung könnte auch in einem Mietvertrag vereinbart werden. Einen Hinweis auf die Wirksamkeit einer solchen Vereinbarung konnten wir der bisherigen Rechtsprechung allerdings nicht entnehmen.

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