Mieter verändert eigenmächtig die Heizanlage

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Frage:

Im Zuge einer Heizungsüberprüfung erfuhren wir durch den Handwerker, dass der Mieter (seit einem Jahr im Haus) wohl Veränderungen an der Etagenheizung vorgenommen hat. Der Installateur meinte, dass die jetzt fälligen, wesentlich höheren Kosten normalerweise nicht angefallen wären. Unsere Frage wäre, ob der Mieter diese höheren Kosten nun bezahlen muss? Und weiterhin würden wir gerne Ihre Meinung hören, ob wir das überhaupt dulden müssen. Kommt eventuell eine Kündigung infrage?

Antwort:

Zunächst sollten Sie den Handwerker bitten, seine Feststellungen schriftlich und sorgfältig zu formulieren. Für den Fall einer rechtlichen Auseinandersetzung hätten Sie dann zumindest die Aussage eines sachverständigen Zeugen. Auf dieser Grundlage könnten Sie zunächst die Kosten für den erhöhten Aufwand geltend machen. Je nach dem, was Ihr Mieter angerichtet hat, wäre auch eine Schadensersatzforderung zu prüfen. Weiterhin raten wir, den Mieter dahingehend abzumahnen, dass ein Eingriff in die Heizanlage absolut unzulässig ist. Drohen Sie für den Wiederholungsfall die Kündigung an. Wir können jetzt nicht beurteilen, wie schwerwiegend der Eingriff durch den Mieter war. Hilfsweise verweisen wir auf eine gerichtliche Entscheidung, die bei einem ähnlichen Sachverhalt erging. Der Mieter hatte unstreitig die Heizungsanlage in der Mietwohnung verändert, so dass sie sich in keinem ordnungsgemäßen Zustand mehr befand und im Falle einer weiteren Benutzung eine erhöhte Betriebs- und Brandgefahr von ihr ausging. Dem Vermieter war unter Berücksichtigung aller Einzelfallumstände und Abwägung sämtlicher Interessen die Fortsetzung des Mietver- hältnisses deshalb nicht mehr zumutbar. Das Gericht hielt eine daraufhin ausgesprochene fristlose Kündigung für wirksam (AG Melsungen, Urteil vom 30.6.2021, Az. 4 C 83/21). Das Gericht entschied, dass ein wichtiger Grund für die Kündigung im Sinne des § 543 Abs. 1 S. 2 BGB vorlag. Es bedurfte nicht einmal einer Abmahnung. Sollten Sie eine entsprechend beweisbare Sachlage vorweisen können, raten wir Ihnen, fachanwaltlichen Rat einzuholen.

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