Notschlüssel und Zugang zur Mietwohnung

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Frage:

Ich bin demnächst erstmalig in der Vermieterrolle. Selbst wohne ich im Wohnungseigentum. Nun habe ich gelesen, dass ein Vermieter für Notfälle einen Schlüssel der Mietwohnung behalten darf. Andere sagen mir nun, das dürfe ich nicht. Wie ist die Rechtslage dazu?

Antwort:

Grundsätzlich dürfen Sie ohne Einverständnis des Mieters keine Schlüssel für die vermietete Wohnung behalten. Stimmt der Mieter zu, darf der Vermieter die Mietwohnung natürlich nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen betreten. Etwa, wie der Begriff ja auch schon sagt, im Notfall. Auf gar keinen Fall sind Sie berechtigt, mal schnell den Zustand der Wohnung zu überprüfen, oder mal eben Handwerker herein zu lassen. Manchmal sind Mieter misstrauisch und verweigern die Überlassung eines Notschlüssels. Etliche Ratgeber-Literatur schlägt als vernünftige Lösung vor: Der Schlüssel wird in einen Briefumschlag gesteckt, zugeklebt und vom Mieter quer über der Umschlaglasche unterschrieben. Vermutet der Mieter nun Missbrauch, können Sie den unversehrten Umschlag vorzeigen. Wird der Schlüssel benötigt, öffnen Sie den Umschlag und begründen dies sofort gegenüber dem Mieter (s.a. Gerald Steinig, Richtig vermieten – Fehler vermeiden). In vielen Mietverhältnissen klappt diese Lösung problemlos. Alternativ kann man den Mietern auch vorschlagen, einen Schlüssel bei einer Person ihres Vertrauens (Nachbar, Verwandter) zu hinterlegen. Das macht natürlich nur Sinn, wenn eine solche Person für Sie als Vermieter auch erreichbar ist. Hilfreich ist auch der Hinweis, dass ein Mieter, der absolut keine dieser Lösungen akzeptiert, sich u.U. erheblichen Haftungsrisiken aussetzt. Dazu kann im Einzelfall das gewaltsame Öffnen der Wohnungstür gehören.

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