Der Nutzgarten im Juni – Nicht nur Schafe frieren am Monatsanfang

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Im Juni wird es jetzt selbst in weniger günstigen Lagen so warm, dass Kürbisarten, Zucchini und Zuckermais ausgesät oder gepflanzt werden können. Dennoch kann sich die sogenannte Schafskälte Anfang des Monats noch unangenehm bemerkbar machen. Also schützt man empfindliche Gemüsearten mit Folie oder Vlies. Für Sellerie und Feuerbohnen ist Pflanzung vorgezogener Setzlinge empfehlenswert. Tomaten im Freien unter Regenschutz stellen und so vor Befall mit Braunfäule schützen. Zuckerhut wird frühestens am 20. Juni, spätestens am 20. Juli gesät, Radicchio zwischen Mitte Juni und Mitte Juli.

Ferner stehen Folgesaaten von Möhren, Buschbohnen, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Fenchel und verschiedenen Salatarten auf dem Programm. Es wird höchste Zeit, Rosenkohl, Grünkohl und Porree für spätes Ernten zu pflanzen. Auf ein Anzuchtbeet sät man im Abstand von 8-10 Tagen zwei Sätze Endivien, damit man im Juli beliebig pflanzen kann.

Mit dem Monat endet die Ernte von Rhabarber und Spargel. Beide müssen nun genügend Zeit und Nährstoffe haben, um sich kräftig zu entwickeln, damit die Ernte im nächsten Jahr so gut ausfällt wie in diesem. Also düngt man beide, lockert die Erde um die Pflanzen, verhindert bei Rhabarber die Blütenbildung und ebnet bei Spargel den Wall ein.

Frühe Kirschsorten reifen, dazu Erdbeeren, Johannis- und Stachelbeeren. Schon während der Ernte werden Erdbeerpflanzen immer wieder entrankt. Bei Trockenheit ist zu wässern, denn das begünstigt die Entwicklung vieler und großer Früchte. Zu bekämpfen sind Stachelbeerblattwespen, die Stachelbeersträucher gefährden und Schorf, der Kernobstbäumen zusetzt. Ab Anfang/Mitte Juni fliegen Apfelwickler und legen ihre Eier an die noch jungen Früchte. Dann ist es wichtig, täglich Fallobst aufzulesen und Fanggürtel um die Stämme anzubringen, damit sich Apfelwicklerraupen in ihnen verkriechen, man sie so einsammeln und vernichten kann. Die tragenden Triebe an Brombeersträuchern strecken sich. Wo Gallmilben etwa das Ausreifen der Teilfrüchte verhindern, spritzt man Netzschwefel, wenn die Triebe 40-60 cm lang sind und während der Blüte.

Sommerschnitt an Spalierobst ist durchzuführen. An Weinreben ist Rückschnitt der Seitentriebe mit Blütenständen (Gescheinen) fällig. Obstbäume, vor allem Apfel- und Birnbäume, die mehr Früchte ansetzten als sie ernähren können, stoßen einen Teil der jungen Früchte ab, genannt Junifall. Dünnt man vor diesem Termin zu reichen Fruchtansatz aus und gibt Nährstoffe, fördert das die Bildung von Blütenknospenanlagen fürs nächste Jahr und verringert die Neigung zu unerfreulichem Ertragswechsel.      

Text und Bild: Ilse Jaehner

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