Gute Luft und Wohnkomfort – Prima Klima unterm Dach

0

Bei einem neuen oder neu ausgebauten, gut gedämmten Dach ist die Gebäudehülle oftmals so dicht, dass überhaupt kein Luftaustausch mehr stattfinden kann. Benötigt wird also ein gut durchdachtes Lüftungskonzept. Einerseits um Bauschäden durch Feuchtigkeit zu vermeiden. Andererseits um den Bewohnern ein Maximum an Wohnkomfort und Wohngesundheit zu garantieren.

Gutes Raumklima für Haus und Bewohner

Ein gutes und gesundes Raumklima zeichnet sich durch drei wesentliche Faktoren aus. Erstens: Die Raumlufttemperatur. Sie sollte rund 21° bis 22°C in Wohnräumen betragen und ca. 18°C in Schlafräumen. Das Bad darf mit 22° bis 23°C gern etwas wärmer sein. Zweitens: Die Raumluftfeuchte. Dieser Wert wird in Prozent ausgewiesen und lässt sich ganz einfach mit einem Hygrometer messen. Optimal sind 40 bis 60 Prozent. Drittens: Die Luftqualität. Sie wird in erster Linie von der höchstmöglichen Schadstoffarmut der verwendeten Baumaterialien bestimmt. Aber auch Wandbeläge, Mobiliar und Wohntextilien beeinflussen ihre Beschaffenheit.

Um dem ausgebauten Dachgeschoss möglichst viel Luft und Leichtigkeit zu geben, gibt es zwei wichtige Aspekte, die bei der Auswahl der Fenster zu berücksichtigen sind.
Erstens: Mit vollflächig und bis auf den Boden verglasten Dachgauben öffnen sich die Dachflächen zur Seite hin. So gelangt jede Menge Licht und ein Gefühl von Weite in die neuen Wohnräume.
Zweitens: Optische Höhe erzielt man am besten mit sehr großflächigen, in die Firstschrägen eingelassenen Fenstern. Einerseits sorgt dies für maximale Helligkeit, andererseits geben die dadurch entstehenden Licht- und Schatteneffekte dem Raum Lebendigkeit und Atmosphäre. Besonders komfortabel sind automatische Lösungen, die sich via Funk zentral steuern und programmieren lassen.

Kontrollierte Wohnraumlüftung

Damit es in den Räumen unterm Dach nicht zu Feuchtigkeitsproblemen und schlimmstenfalls zu Schimmelbildung kommt, wird also ein intelligentes Lüftungssystem benötigt, welches die ‚verbrauchte’ Luft aus den Innenräumen abführt und gleichzeitig ‚frische’ Luft von außen wieder zuführt. Gerade in den kühleren Herbst- und Wintermonaten können durch diesen kontrollierten Luftaustausch aber erhebliche Wärmeverluste entstehen. Denn die Abluftanlage transportiert die zimmerwarme Luft nach draußen, während über den Zuluftstrang kalte Luftnach innen gelangt. Um zu gewährleisten, dass die Räume nicht auskühlen, wird eine so genannte Wärmerückgewinnung in das System integriert. So kann wertvolle Heizenergie eingespart werden, was die Heizkosten erheblich reduziert. Interessant für Allergiker: In den Außenluftstrom können spezielle Filter eingebaut werden, die das Eindringen von Allergenen verhindern.Laut Bundesverband für Wohnungslüftung liegen die Investitionskosten für eine Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung bei 4.000 bis 6.000 Euro. Bei einem nachträglichen Einbau fallen zusätzliche Kosten für Anschlüsse, Malerarbeiten und eventuelle Schönheitsreparaturen an.

Seit dem 1. Januar 2016 gibt es für Wohnungslüftungsgeräte ein Energieeffizienzlabel – man kennt es bereits von vielen Haushaltsgeräten, wie zum Beispiel Kühl- und Gefrierschränken, Staubsaugern oder auch TV-Geräten. Auf allen Wohnungslüftungsgeräten, die im privaten Wohnbau eingesetzt werden, klebt es entweder direkt oder wurde der Verpackung beigelegt. Voraussetzung: Die Geräte verfügen über eine Leistungsklasse von bis zu 1.000 m³/h Luftförderung. Der klassische Toilettenlüfter bildet eine Ausnahme und erhält keine Kennzeichnung. Anlagen der Klasse G entsprechen dabei dem klassischen Fensterlüften mit all seinen Wärmeverlusten. Die höchste Stufe A+ zeichnet Geräte aus, die mehr als 42 kW/h Primärenergie im Jahr pro Quadratmeter einsparen. Das Label gibt außerdem Auskunft über die maximale stündliche Luftfördermenge sowie die Lautstärke des Lüftungsgeräts im Aufstellraum. Da die realen Werte stark von Einbau und Konstruktion abhängen, sollte im Vorfeld immer ein Fachmann zurate gezogen werden. Er kann entscheiden, welches Gerät in Bezug auf Wärmerückgewinnung, Montageaufwand und Preis-Leistungs-Verhältnis am sinnvollsten ist.

Klimatisierung nach Maß

Gerade in den Sommermonaten, wenn sich die Hitze des Tages abends nur schwer aus den Wohnräumen vertreiben lässt, schafft eine Klimaanlage Abhilfe. Wer nur einen einzelnen Raum, zum Beispiel das Schlafzimmer, kühlen möchte, kann ein kompaktes, platzsparendes Monoblockgerät aufstellen. Für den Betrieb benötigt man lediglich eine Steckdose und ein gekipptes Fenster.Kühlfläche und Wärmeableitung befinden sich im gleichen Gehäuse. Über einen Schlauch von rund zehn Zentimetern Durchmesser wird die Raumwärme ins Freie geführt. Wer zwei oder mehr Räume kühlen möchte, installiert hingegen besser einMultisplitgerät, bei dem mehrere Innengeräte an ein fest installiertes Außengerät angeschlossen werden. Da die Montage solcher Geräte recht aufwendig ist, darf sie ausschließlich von einem Fachmann durchgeführt werden. Er berechnet vorab den Kühlbedarf der Räume und bezieht dabei auch Faktoren wie Sonneneinstrahlung und Strahlungswärme durch Personen oder Elektrogeräte mit ein. Einfache Monoblockgeräte gibt es ab ca. 300 Euro im Fachhandel. Der Anschaffungspreis von Multisplitgerätenliegt bei rund 1.500 Euro, wobei der Preis inklusive Montage je nach Anzahl und Einbauweise der Innengeräte deutlich variiert.

Räume zum Wohlfühlen

Neben allen diesen technischen Fragen spielen aber auch ganz pragmatische Entscheidungen eine wesentliche Rolle. So sollte man sich im Vorfeld zum Beispiel über die konkrete Raumnutzung im Klaren sein. Denn nur wenn Raumaufteilung und Wohnwünsche eng aufeinander abgestimmt sind, werden aus dem Dachgeschoss Räume zum Wohlfühlen. Dafür fertigt man am besten eine detaillierte Skizze an, in die zusätzlich alle geplanten Leitungen, Steckdosen, Anschlüsse, Heizkörper und Fenster eingezeichnet werden. Anschließend überlegt man außerdem genau, welche Möbel in den neuen Räumen Platz finden sollen und ob die geplanten Flächen dafür ausreichen. Ein Tipp aus der Praxis: Markieren Sie vor einer Modernisierung auf dem leeren Dachboden sämtliche Wände und Möbel mit Kreppband. So sehen Sie schnell, ob im Schlafzimmer Betten, Schränke und Kommoden wie gewünscht Platz finden und ob das Sofa, welches Sie sich bereits ausgesucht haben, von seinen Abmessungen und Proportionen in den neuen Wohnraum passt.

Ob Neubau oder Modernisierung mit so genannten lüftungstechnisch relevanten Änderungen (Fensteraustausch, Wärmedämmung etc.) – nach DIN 1946-6 ist für jede Nutzungseinheit (Wohnung) ein Lüftungskonzept zu erstellen. Ziel ist zum einen ein gesundes Raumklima, so dass Schäden durch Feuchtigkeit oder Schimmelpilzbefall vermieden werden. Zum anderen soll eine optimale Frischluftzufuhr für die Bewohner gewährleistet sein.

Individuelle Raumgestaltung

Wenn es dann an die konkrete Raumausstattung geht, gibt es natürlich auch ein paar Grundregeln, die den Räumen Großzügigkeit und Weite vermitteln. Helle Farben, zum Beispiel in Kombination mit Naturholz, lassen eine freundliche und wohnliche Atmosphäre entstehen. Indirekte Beleuchtung, mit der die Decken und Dachschrägen betont werden, geben den Räumen optisch mehr Weitläufigkeit. Bodenbeläge mit möglichst wenigen schmalen Fugenunterstützen diesen Effekt ebenfalls. Was Mobiliar und Wohntextilien anbetrifft, gilt: Weniger ist mehr. Schlichte Möbel und leichte, luftige Stoffe sorgen dafür, dass die Räume gemütlich und einladend wirken.

Text: Katrin Täubig
Fotos: Velux Deutschland, djd/FBB

Kommentare sind geschlossen.