Sanierung einer Dachterrasse mit System – Keramische Beläge verschönern altes Holz

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Vor einigen Jahren boomten gestelzte Holzterrassen. Die mittlerweile in hohem Maße nicht mehr ansehnlichen Flächen werden immer öfter mit keramischen Belägen saniert. Wie sich dies technisch optimal ausführen lässt, dokumentiert das folgende Beispiel.

Weinheim an der Bergstraße ist in der sogenannten Metropolregion Rhein-Neckar ein beliebter Wohnort. Von hier aus ist man schnell in Mannheim, Heidelberg, Darmstadt – selbst Frankfurt am Main ist nur 45 Minuten entfernt. Bauherr Jens O. Holthaus hat hier 2011 mit seiner Familie gebaut und auf der geplanten Dachterrasse eine kesseldruckimprägnierte Kiefer als Terrassendiele verlegen lassen. Was zu Beginn ein echter Hingucker war, wurde schnell zum Ärgernis für die gesamte Familie. Nach nur einem Sommer kam es partiell zu Ausblühungen des Harzes, das Holz wurde porös und dunkel, die Kinder traten sich oft Splitter in die Füße usw. Kurzum: Nach nur fünf Jahren Liegezeit entschied der Bauherr: „Die Terrasse muss weg.“ Um die Großzügigkeit der gut 30 Quadratmeter umfassenden Fläche zu erhalten, wurde eine Outdoor-Keramik im XXL-Format ausgewählt. Die Platten im Format 1.200 x 600 mm sind 20 mm stark und sollten im Kreuzverband verlegt werden. Für die Unterkonstruktion entschied sich der Bauherr für das Stelz- und Plattenlager PROSTILT von PROLINE.

Problemlösungen auf der Dachterrasse
Die Verlegung von rund 40 kg schweren Platten auf einem abgedichteten Flachdach setzt voraus, dass man insbesondere gegenüber der feuchtigkeitsrelevanten Abdichtung ein Höchstmaß an konstruktiver Sicherheit und Schutz schaffen muss, damit diese erhalten bleibt.

1. Stelzfüße dürfen die Abdichtung nicht beschädigen

Die Stelzfüße müssen im unteren Bereich so beschaffen sein, dass sie die Bitumenbahnen auch bei extremer Belastung nicht beschädigen. Eine große Standfläche (ø 20 cm) sowie ein zu unterlegendes Gummigranulat-Pad sorgen für extreme Sicherheit hin zur Abdichtung im unteren Bereich. Eine integrierte Aluminiumkaschierung verhindert hierbei die Wanderung von Weichmachern von der Bitumenbahn in den Stelzfuß, sodass der Kunststoff des Fußes dauerhaft seine Funktion behält.

2. Abstandshalter zur Attika-Abdichtung

Die Dachterrasse von Familie Holthaus verfügte über ein komplexes Abdichtungssystem, das im Wandbereich vertikal verlief und so eine Art Wanne ausbildete. Um auch hier Beschädigungen durch eventuell sich bewegende Platten zu vermeiden, kam ein spezieller Clip zum Einsatz. Im Randbereich der Dachterrasse, dort wo die Attika-Abdeckung an das Mauerwerk anschließt, wurde der Clip mit Abstandshalter und integralem Neoprenpad ausgeführt. Dieser wird auf die Oberseite des Tellers vom Stelzfuß ganz simpel aufgesetzt und von den hier befindlichen Fugenstegen automatisch fixiert.

3. Rinnenlösung hin zum Fenster bzw. zur Tür

Im Übergangsbereich der Terrassen zum Wohnraum, genauer gesagt, dort wo die Fenstertür verbaut ist, musste eine Entwässerungsrinne verbaut werden, um bei Starkregen oder Schneeverwehungen das Eindringen von Wasser in den Innenbereich zu vermeiden. Die Rinne wurde mit einer Abstandfliese etwas versetzt vom Fenster installiert. Die Rinne nebst Rost ist damit durch die identische Aufbauhöhe flächenbündig eingefasst.

4. Flächenentwässerung über Bitumenbahn

Nachdem die sensiblen Stellen des Hauses gesichert sind, stellt sich natürlich die Frage, wohin bei dem Objekt das Wasser läuft. In diesem Fall war die Terrasse bauseits bereits mit einem Gefälle ausgerüstet, welches das Wasser über Fallrohre direkt in eine Zisterne kanalisierte. Die Terrasse musste also mit unterschiedlichen Höhen der Stelzlager umgesetzt werden, um den Oberbelag gemäß des Kundenwunsches eben zu gestalten.

5. Unterschiedliche Höhen überwinden

Systembedingt war die Verlegung auf dem abfallenden Dach sehr einfach auszuführen, denn die extrem stabilen Stelzlager können dank einer sehr ergonomisch angeordneten Stellschraube mühe- und stufenlos in der Höhe verstellt werden.

Potenziale für Stelzlager sind enorm

Gerade bei der Sanierung sowie im städtebaulichen Umfeld sind die Möglichkeiten, mit Stelzlagern keramische Terrassen zu gestalten, enorm umfänglich. Durch das geringe Gewicht des Systems im Vergleich zu herkömmlicher Verlegung mit Splitt oder Bettungsmörtel kann es bei einer Vielzahl von Projekten zum Einsatz kommen.

In Weinheim hat das System den Bauherrn komplett überzeugt. „Selbst nach dem Winter mit viel Schnee und Regen sah die Terrasse im Frühjahr wieder aus wie neu. Wir sind froh, die Holzterrasse entsorgt und mit der Verlegung großformatiger Fliesen für unsere Terrasse eine brillante Lösung gefunden zu haben.“

Weitere Informationen unter www.proline-systems.com

Foto: dasHolthaus GmbH

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