Verbesserung der Schlafbedingungen – Gesundes Wohnen – guter Schlaf

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77 Prozent – so hoch ist der Anteil der Europäer, die in ihrem Zuhause nach eigenen Angaben keine guten Schlafbedingungen vorfinden. Diese zugegebenermaßen doch erschreckend hohe Zahl geht aus dem HealthyHomes Barometer 2016 der Velux Gruppe hervor. Für die Umfrage standen 14.000 europäische Bürgerinnen und Bürger aus 14 Ländern Rede und Antwort über ihre Einstellungen, Erfahrungen und Verhaltensweisen zu Gesundheitswahrnehmung, Wohnzufriedenheit und Energieverbrauch. Aber was genau sind eigentlich gute Schlafbedingungen und wie erzielt man sie?

Temperatur regeln für bessere Schlafbedingungen

Während die empfohlene Zimmertemperatur im Wohnzimmer gleichbleibend zwischen 21° und 23° Celsius liegt, variiert sie im Schafzimmer in Bezug auf die Tageszeit. Wird der Schlafraum tagsüber nicht genutzt, muss er nur wenig beheizt werden. Als Faustregel gilt: Stufe zwei des Thermostats sorgt dafür, dass eine Temperatur von rund 18° Celsius erreicht wird. Außerdem ist es sinnvoll, die Tür anzulehnen oder ganz geschlossen zu halten, damit die warme Luft der anderen Wohnräume sich nicht mit der kälteren aus dem Schlafzimmer mischt. Die optimale Schlaftemperatur in der Nacht beträgt 16° bis 19° Celsius. Man erzielt sie entweder durch ein nachts geöffnetes Fenster oder kräftiges Durchlüften vor dem Schlafengehen. Ist der Raum sehr klein, reicht ein einmaliges Lüften eventuell nicht aus.

Der Sauerstoffgehalt in der Luft nimmt dann schnell ab, was einem guten Schlaf entgegenstehen kann. Bei dauerhaft geöffnetem Fenster und Außentemperaturen im Minusbereich kann das Schlafzimmer hingegen leicht auskühlen. Außerdem sollte natürlich auch die individuelle Wohlfühltemperatur der dort schlafenden Personen für bessere Schlafbedingungen berücksichtigt werden.

Luftfeuchtigkeit

Die optimale Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer liegt zwischen 40 und 60 Prozent. Damit ein gutes Raumklima gewährleistet ist, sollte man die Raumluftfeuchte in regelmäßigen Abständen mit einem Hygrometer messen, und zwar sowohl abends vor dem Zubettgehen als auch morgens direkt nach dem Aufstehen. Liegt die gemessene Zahl bereits am Abend am oberen Grenzwert, ist der Feuchtigkeitsgehalt der Schlafzimmerluft zu hoch. Zeigt das Hygrometer in der Frühe einen Wert von knapp über 40 Prozent an, ist die Luftfeuchtigkeit für den Schlafraum eindeutig zu niedrig. In beiden Fällen sollte man Gegenmaßnahmen ergreifen, um für einen gesunden Schlaf zu sorgen.

Sollten ausreichendes Heizen und richtiges Lüften nicht zur Regulierung beitragen, empfiehlt sich ein professionelles Gerät zur Luftbe- bzw. -entfeuchtung. Unbedingt beachten: Sowohl die regelmäßige Wartung als auch eine kontinuierliche Reinigung dieser Geräte ist unerlässlich.

Weiß, sanfte Braun- bzw. Sandtöne und eine farbliche Ergänzung mit einem vergrauten Blau- oder Grünton bringen Ruhe und Entspannung in den Schlafraum. Auf düstere Farben sollte man eher verzichten, weil sie schnell bedrängend wirken können. In Kombination mit Naturmaterialien wie zum Beispiel Holz, Korbgeflecht, (Baum-)Wolle und Leinen entsteht ein entspannendes Wohlfühlklima für einen tiefen und erholsamen Schlaf.

Lichtverhältnisse

Das Thema Licht spielt im Schlafzimmer eine ganz besondere Rolle. Und zwar sowohl tagsüber als auch nachts. Am Tage sollten sämtliche Leuchten überall dort für ausreichend Helligkeit sorgen, wo sie gerade benötigt wird. Hierzu gehören: Die Innenbeleuchtung des Kleiderschranks, die sich beim Öffnen der Türen automatisch einschaltet. Die justierbaren Nachttischleuchten, die man einfach zu sich heranziehen kann, damit man den schlafenden Partner nicht stört, wenn man abends im Bett noch etwas länger lesen möchte. Und eine indirekte Allgemeinbeleuchtung, die eine behagliche, unaufdringliche Atmosphäre erzeugt.

Man erzielt sie über dimmbare Stehleuchten, Deckenstrahler (Uplights) oder Bodenstrahler (Downlights). In der Nacht gilt im Prinzip genau das Gegenteil. Um abends zur Ruhe zu kommen und gut (durch-)schlafen zu können, benötigt der menschliche Körper das so genannte „Schlafhormon“ Melatonin. Allerdings wird es nur dann ausgeschüttet, wenn absolute Dunkelheit herrscht. Es empfiehlt sich also, das Schlafzimmer nachts komplett abzudunkeln. Dafür kommen unter anderem lichtundurchlässige Rollos, Plissees oder Vorhänge infrage, die gleichzeitig ein schönes Gestaltungselement sind und dem Raum eine wohnliche Note geben.

Geräuschkulisse

Nächtlicher Lärm kann den Schlafrhythmus erheblichdurcheinander bringen, weshalb es sinnvoll ist, das Schlafzimmer gegen Geräusche zu schützen. Hierzu zählen:Gut isolierte Fenster – sie schirmen sämtliche Außengeräusche ab. Eine geschickte Raumaufteilung oder Möbelanordnung – das Kopfende vom Bett sollte beispielsweise nicht an einer Wand stehen, durch die Wasserleitungen hindurchlaufen oder die an eine Nachbarwohnung grenzt. Der Einsatz von Textilien – Vorhänge, Teppichboden oder große Teppiche „schlucken“ den Schall und sorgen damit für eine bessere Raumakustik.

Text: Katrin Täubig
Fotos: 

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