Smart Home – Eine Zwischenbilanz

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Ein Haus, das mitdenkt und einen Großteil der Aufgaben des täglichen Lebens übernimmt – das ist die Idee, die sich hinter dem Begriff Smart Home verbirgt. Es geht um die Vernetzung sämtlicher im Haushalt verwendeter Geräte wie zum Beispiel Herd, Heizung, Jalousie und Lichtanlage. Der Clou: Programmierung und Steuerung erfolgen über Tablet oder Smartphone. Beide werden durch die Installation einer speziellen Software zur mobilen Schaltzentrale. Im Alltag haben sich bislang vorrangig kleinere Lösungen durchgesetzt – sozusagen als Einstieg in die smarte Technik.

Beliebte Einstiegslösungen

Das Marktforschungsinstitut Dr. Grieger & Cie. hat in Zusammenarbeit mit dem SmartHome Initiative Deutschland e.V. im Rahmen einer repräsentativen Umfrage 1.017 Deutsche zum Thema Smart Home befragt und unter anderem folgende Erkenntnisse gewonnen: Rund 30 Prozent der 1.017 befragten Haushalte nutzen bereits Smart Home-Anwendungen, ohne dass es ihnen so richtig bewusst ist. Eine Verknüpfung von TV-und Audiogeräten mit dem eigenen PC oder auch dem Smartphone ist in vielen deutschen Haushalten bereits Realität. Und auch die Gartenbewässerungsanlage, die mittels Sensoren erkennt, ob sie den Rasen sprengen muss, gehört beispielsweise zu den smarten Helfern. Per Funktechnologie individuell höhenverstellbare Küchenmodule, wie sie der Küchenhersteller Tielsa anbietet, fallen ebenfalls in diesen Bereich.

Sicherheit für Haus und Bewohner

Neben dem zusätzlichen Komfort, den diese smarten Lösungen versprechen, spielt das Thema Sicherheit für viele Nutzer und Interessenten eine wesentliche Rolle. So kann ein Urlaubsmodus mit unterschiedlichen Beleuchtungsszenarien Einbrecher abwehren. Sich öffnende und schließende Rollläden signalisieren zusätzlich: Achtung, dieses Haus ist bewohnt! Funkkameras können die Eingangstür oder schlecht einsehbare Grundstücksbereiche überwachen und ein Signal senden, wenn dort Bewegungen zu verzeichnen sind. Und auch der Rauchmelder, der einen Alarm auslöst, kann von der Ferne aus überwacht werden, so dass eine schnelle Reaktion möglich ist.

Auf der Website des SmartHome Initiative Deutschland e.V. können sich Interessenten über eine Auswahl ansogenannten „smarten Orten“ informieren, die sie in ihrer Region besuchen können. In diesen Häusern und Showrooms kann man sich sozusagen live und in Farbe informieren, welchen Nutzen die smarten Technologien bieten und was bei Planung und Anschaffung zu bedenken ist. Es empfiehlt sich allerdings, vor dem Besuch zu klären, ob der gewählte Standort die eigenen Interessen und Fragestellungen abbildet.

www.smarthome-deutschland.de/smarte-orte.html

Interessenschwerpunkt Energiesparen

Den eigenen Energieverbrauch kontrollieren und aktiv beeinflussen zu können, um Konto und Umwelt zu schonen – für viele ein weiteres zugkräftiges Argument für die Nutzung der smarten Technologie: Mit nur einem Klick lässt sich zum Beispiel ermitteln, welches die größten Stromfresser im Haushalt sind. Diese Geräte können dann sukzessive gegen neue, energieeffizientere Modelle ausgetauscht werden. Und auch unter dem Aspekt des individuellen Energiemanagements bietet die neue Technologie Vorteile: Denn auch wie viel Strom die Photovoltaikanlage auf dem eigenen Hausdach gerade produziert, lässt sich jederzeit bequem überwachen. So kann beispielsweise in Zeiten, in denen Überschüsse erwirtschaftet werden, der Geschirrspüler oder die Waschmaschine laufen. Wird gerade nur sehr wenig oder gar kein Strom erzeugt, schaltet die intelligente Technik sämtliche Verbraucher, die sich im Standby-Modus befinden oder nicht benötigt werden, komplett ab.

Chancen versus Herausforderungen

Trotzdem haben viele Bewohner immer noch erhebliche Vorbehalte gegenüber dem intelligenten Zuhause. Und das hat verschiedene Gründe. Zum einen den Datenschutz. So sorgen sich laut oben genanntem ‚Smart Home Monitor 2016‘ sechs von zehn Smart Home-Nutzern trotz aller Begeisterung für die neue Technik um ihre Privatsphäre. Denn die verwendeten Apps sammeln Daten über ihre Nutzer und leiten diese womöglich sogar unautorisiert weiter. Außerdem werden immer wieder Fälle von Datendiebstahl oder -missbrauch bekannt, weil unzureichend gesicherte Systeme eine erhebliche Gefahr darstellen. Wer unbefugt in das heimische Netzwerk eindringen kann, ist dann möglicherweise auch in der Lage das Haus oder die Wohnung zu kapern. Und auch der Diebstahl des Smartphones kann in diesem Fall noch schlimmere Konsequenzen haben als den bloßen Verlust des Telefons. Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung ist die mangelnde Kompatibilität der Systeme untereinander. Denn weder die Übertragungswege (Bluetooth, WLAN etc.) sind einheitlich, noch die Gerätetechnik selbst. Und auch die Betriebssysteme für Tablets und Smartphones variieren. Wer sein Zuhause zu einem Smart Home machen möchte, sollte also darauf achten, dass der ausgesuchte Anbieter nicht nur über interessante Einsteigerprodukte, sondern auch über ausreichende Erweiterungsmöglichkeiten verfügt.

Eine erste Orientierungshilfe bietet das Institut für Gebäudetechnologie an. In Form eines Fragebogens lassen sich sinnvolle Funktionen für den eigenen Bedarf ermitteln.
Nähere Informationen unter:
www.igt-institut.de/smarthome/fragebogen/

Text: Katrin Täubig
Foto: Haas Fertigbau; HAUSGERÄTE+ / Miele; tdx /Chamberlain

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