Stromausfall – Wenn der Fluchtweg im Dunkeln liegt

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Stellen Sie sich bitte folgendes vor, liebe Leser: Sie sind ein technikaffiner Mensch, Ihr Haus ist nach dem neuesten Stand ausgestattet. Aber gleichzeitig sind Sie als Eigentümer und Vermieter sicher auch ein sparsamer Zeitgenosse und haben noch einen alten Bildröhren-Fernseher. „Der tut ja noch seinen Dienst im Arbeitszimmer“, sagen Sie sich, „auch wenn er schon über zwanzig Jahre auf dem Buckel hat.“ In diesem Fall wäre das ausnahmsweise am falschen Fleck gespart.

Besagter Fernsehapparat im Hause unseres Mitglieds S. und seiner Ehefrau versagte eines nachts und ohne jede Vorankündigung seinen Dienst. Er implodierte und löste gleichzeitig einen Zimmerbrand aus, der schnell um sich griff. Beinahe noch schlimmer war aber, dass es im ganzen Haus plötzlich stockfinster war, denn durch die Implosion des Fernsehers flog die Hauptsicherung raus. An den vorhandenen Feuerlöscher kamen die beiden Unglücksraben nicht ran, weil sie in der Aufregung im Dunklen des eigenen Hauses beinahe orientierungslos waren.

Wenige Atemzüge können zum Tod führen

Denn nun kommt das eigentliche Problem: Alle Rollläden des Hauses waren geschlossen und ließen sich, weil sie elek­trisch betrieben waren, nicht öffnen. Die Situation war deshalb sofort höchst dramatisch und lebensgefährlich. Wegen des Feuers und fast noch schlimmer wegen der giftigen Brandgase. Denn schon wenige Atemzüge können unweigerlich zum Tod führen. Auch die Haustüre war verschlossen und der Schlüssel natürlich auf die Schnelle nicht zur Hand. Ehepaar S. konnte sich zum Glück ins Obergeschoss retten und den Rollladen am Balkon buchstäblich in letzter Minute zertrümmern und ins Freie entkommen. Dort wurden die beiden von der inzwischen eingetroffenen Feuerwehr geborgen. Besorgte Nachbarn waren durch den Rauchwarnmelder aufmerksam geworden.

Das Feuer konnte in relativ kurzer Zeit gelöscht werden, weil es noch nicht zum Vollbrand gekommen war. Der Schaden war aber dennoch beträchtlich und hoch im sechsstelligen Bereich. Die Aufräumarbeiten zogen sich über fast zwei Jahre hin, denn das Haus war von oben bis unten verraucht bzw. verrußt. Kleidung, Polster, Bettwäsche und viele andere Gegenstände waren nicht zu retten. Alles, was nicht auf dem Müll landete, also Erinnerungsstücke der Familie, musste Stück für Stück mühsam von Hand gesäubert werden.

Die ganz besondere Überraschung gab es dann zum Schluss noch obendrauf mit der Versicherung: Die Gebäudeversicherung wickelte den geringen Brandschaden am Haus korrekt ab, während es bei der Regulierung mit der Hausratversicherung erstmal eine böse Überraschung gab. Ehepaar S. war an dieser Stelle zu sparsam: Der Hausrat war deutlich unterversichert, nur ca. 50 Prozent des Schadens wurden reguliert. Genauso schwerwiegend ist für die Geschädigten aber die seelische Belastung, unter der sie bis heute noch zu leiden haben.

Quelle: Ho.
Foto: rammi76/© Fotolia.de

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