Stromverbrauchsdifferenz beim Mieterwechsel

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Frage:

In unserem Mehrfamilienhaus gab es vor einiger Zeit einen Mieterwechsel. Nach Auszug der alten Mieter haben wir dem neuen Mieter die Wohnung überlassen. Er ist erst nach einigen Tagen eingezogen. Der Stromverbrauch der Wohnung wird durch einen Zwischenzähler gemessen. Zwischen der Abmeldung des alten Mieters und der Anmeldung des neuen Mieters nach einigen Tagen – beim gleichen Versorger – ergab sich eine Differenz beim Zählerstand. Der alte Mieter konnte nichts entnommen haben, da er keinen Zutritt mehr zur Wohnung hatte. Nach Aussage eines Nachbarn war der neue Mieter mehrmals in der Wohnung und hat dort herumgekramt, bevor er dann endgültig eingezogen ist und seinen Strom angemeldet hat. Der Stromversorger meinte nun, im Zweifel müssten wir als Eigentümer die Differenz bezahlen. Es geht nicht um einen großen Betrag, aber uns würde interessieren, ob die Rechtslage wirklich so ist.

Antwort:

Nach der von Ihnen geschilderten Sachlage schulden Sie den Differenzbetrag nicht. Wenn der Stromverbrauch jeweils über einen Zwischenzähler erfasst wird, ist der jeweilige Mieter Kostenschuldner des Stromversorgers. Das gilt insbesondere dann, wenn Mieter und Vermieter vereinbart haben, dass der Mieter auf eigenen Namen einen Stromversorgungsvertrag abschließt. Dies entspricht der Rechtslage gemäß § 2 Abs. 1 StromGVV (Stromgrundversorgungsverordnung). In einem ähnlichen Fall entschied das Landgericht Itzehohe, dass, wenn in einem Mehrparteienhaus Zwischenzähler für jede Wohnung installiert sind, die Versorgungsverträge gemäß § 2 Abs. 1 StromGVV als mit den einzelnen Mietern abgeschlossen gelten (LG Itzehohe, Urteil vom 8.5.2018 AZ. S 116/17).

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