Sturm, Starkregen, Hagel – Sieben Fehler, die Hauseigentümer bei mangelhaftem Versicherungsschutz Geld kosten

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1. Fehler: Darauf hoffen, alles geht gut

Wer nur die Erfahrung der Vergangenheit berücksichtigt, wonach nichts Dramatisches an Unwettern in der eigenen Region passiert ist, riskiert von den Naturgefahren überrascht zu werden. Seit Jahren nehmen Unwetter und Starkregen in Deutschland an Häufigkeit und Intensität zu. Das Jahr 2021 ist schon jetzt das teuerste Naturgefahrenschadenjahr seit einem halben Jahrhundert. Hagel im Frühjahr und das Tief Bernd mit tagelangem Starkregen im Juli verursachten geschätzte 11,5 Mrd. Euro Schäden in den Katastrophengebieten von Nordrhein-Westfalen, im Ahrtal und in Bayern.

2. Fehler: Der Glaube an eine risikofreie Zone, in der man wohnt

Unwetter führen zu wütenden Naturgewalten an der norddeutschen Küste, im Landesinneren, auf den Bergen. Geschützte Siedlungszonen sind weder im Osten noch im Westen garantiert. Mittlerweile informieren veröffentlichte Gefahrenkarten der Städte und Kommunen, wo in der Vergangenheit Fluthochwasser und Starkregen auftraten.

3. Fehler: Es fehlt die Zeit, um den Versicherungsschutz zu aktualisieren

Tornados oder Starkregen bei Gewitter lassen sich nicht genau voraussehen. Keiner sollte abwarten, bis das nächste Extremwetter angekündigt wird. Wer dann noch schnell eine Elementarschadenversicherung für das eigene Haus abschließen möchte, könnte zu spät kommen. Viele Versicherer vereinbaren bei Neuabschluss der Elementarschadenversicherung mittlerweile eine Wartezeit von mehreren Wochen. Betroffene eines Elementarschadenereignisses sind verpflichtet, dem Versicherer Angaben über das zurück liegende Schadenereignis zu machen. Bei einem Versicherungsneuabschluss müssen bereits geschädigte Hauseigentümer mit höheren Versicherungsbeiträgen und Selbstbeteiligungen rechnen.

4. Fehler: Das Sparen an der falschen Stelle

Eine sehr preisgünstige Wohngebäudeversicherung im Basisschutz ist im Schadenfall selten ausreichend. Hauseigentümer sollten darauf achten, alle Naturgefahren umfassend zu versichern. Hierzu zählen die Risiken Feuer, Sturm, Hagel sowie die zusätzliche Leitungswasserversicherung, alle zusammen umfasst von der Verbundenen Wohngebäudeversicherung. Die ­weiteren Naturgefahren Starkregen mit Überschwemmungen, Schneedruck, Erdrutsch, Lawinen sowie Erdbeben werden mit einer die verbundene Wohngebäudeversicherung ergänzenden Elementarschadenversicherung abgesichert. Bislang sind bundesweit nur 46 Prozent aller Gebäude gegen die letztgenannten Elementargefahren versichert. Der Beitragszuschlag für eine derartige Ergänzung des Versicherungsschutzes beträgt abhängig von der Risikozone ZÜRS, in der sich die zu versichernde Immobilie befindet, größtenteils zwischen 10 – 40 Prozent. Allenfalls in stark von Hochwasser gefährdeten Gebieten erhöht sich der Beitrag darüber hinaus. Ein komfortabler Versicherungsschutz enthält zudem die Mitversicherung der groben Fahrlässigkeit, den Verzicht auf den Einwand der Unterversicherung, die Leistung bei behördlichen zusätzlichen Bauauflagen, Dekontaminationskostenersatz und Technikschutz.

5. Fehler: Wohngebäude- und Hausratversicherung bei verschiedenen Versicherern

Bei Überschwemmungen wird nicht nur das Gebäude beschädigt. Das eindringende Wasser und Schlamm zerstören auch das Mobiliar im Haus. Deshalb sollte die Elementarschadendeckung auch für die Hausratversicherung vereinbart werden. Im Schadenfall führt die Schadenregulierung aus einer Hand von einem Versicherer, der für die Wohngebäude- und die Hausratversicherung zuständig ist, regelmäßig zu besseren konfliktfreien Ergebnissen. In zwei verschiedenen Versicherungsunternehmen wird nicht um die Verteilung der Schadenleistung auf zwei Versicherungssparten gerungen. Unterschiedliche Regulierungsauffassungen zweier Versicherer beispielsweise zu der Frage, ob es sich bei dem zerstörten Einrichtungsgegenstand unter Umständen um einen fest verbundenen Bestandteil des Wohngebäudes handelt, der von der Wohngebäudeversicherung beglichen wird, oder ob es sich um das zu ersetzende bewegliche Inventar handelt, für das die Hausratversicherung aufkommt, werden damit vermieden.

6. Fehler: Nicht an die Absicherung des Öltanks denken

Hauseigentümer, die einen Heizöltank auf dem Grundstück haben, haften bei Leckage des Tanks im Falle einer Verunreinigung des Grundwassers oder Erdbodens für die dadurch entstehenden Umweltschäden. Die Elementarschadenversicherung kommt bei einer Überschwemmung des Öltanklagerraums nicht für Umweltschäden des Erdreichs oder Grundwassers durch das ausgetretene Heizöl auf. Allein die Gewässerschadenhaftpflichtversicherung ersetzt den Kontaminationsschaden.

7. Fehler: Verzicht auf eine Privathaftpflichtversicherung

Auch wer noch so vorsichtig im Alltag handelt, ist vor Gefahrenquellen des eigenen Grundstücks nicht gefeit. Eigentum verpflichtet. Eigentümer haben unzählige Verkehrssicherungspflichten zu beachten, damit Dritten kein Schaden zugefügt wird. Wenn bei einem Sturm der unbefestigte Sonnenschirm von der Terrasse wirbelt und einen Passanten verletzt, haftet der Eigentümer für den Personenschaden. Wird die Verantwortung für eine Pflichtverletzung des Eigentümers festgestellt, haftet er für den Schaden. Die Privathaftpflichtversicherung übernimmt die Schadenersatzkosten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden der Geschädigten. Während die Privathaftpflichtversicherung die Haftung des Eigentümers für das selbst genutzte Einfamilienhaus umfasst, bietet die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung dem Vermieter Schutz vor Haftung aus Verletzung der Verkehrssicherungspflichten am Mehrfamilienhaus, beispielsweise weil ein Besucher bei dem Sturz in den nicht abgedeckten Kellerschacht Schaden erleidet.

Weitere Informationen erhalten Sie bei GET Service GmbH, www.get-service.de, info@get-service.de; Telefon 040-3039080

Text: RAin Ingrid Jordan-Berger
Bild: Philip Steury©AdobeStock

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