Mehr Tageslicht für die Wohnräume – Alles so schön hell hier

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Tageslicht hat großen Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden. Es kann wach machen und die Stimmung heben. Bekommen wir zu wenig davon, kann genau das Gegenteil passieren. Wir fühlen uns müde, schlapp und antriebslos – jeder hat wahrscheinlich schon einmal den Begriff ‚Winterblues‘ gehört. Oder diese mehr oder weniger gedrückte Stimmung nach einigen trüben Novembertagen am eigenen Leib erfahren. Licht dient also nicht nur zur Orientierung, es hat außerdem biologische Effekte. So steuert es unsere innere Uhr und ist Taktgeber für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus.

Fenster für maximalen Lichteinfall

Für den maximalen Einfall von Tageslicht in die Wohnräume kommt es deshalb auch auf eine geschickte Planung von Fenstern, Balkon- und Terrassentüren an. Bei der konkreten Auswahl spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Denn Fenster sollen ein Gebäude nicht nur optisch und stilistisch aufwerten. Sie müssen auch langlebig sein und möglichst energieeffizient. Drei Fragen müssen also im Vorfeld beantwortet werden. Welche Fensterform ist am besten geeignet, damit möglichst viel Licht in die Räume gelangt? Aus welchem Material sollen die Rahmen bestehen? Für welche Fensterverglasung entscheidet man sich?

Bei der Wahl der Fensterform sollte das Gebäude selbst, aber auch das direkte Umfeld berücksichtigt werden. Im Erdgeschoss können bodentiefe Fenster oder Panoramafenster durch ihre große Fensterfläche für ein Maximum an Lichtausbeute sorgen. Aber Vorsicht, wenn die Nachbargebäude sehr dicht stehen. Denn auch die eigene Privatsphäre will bedacht werden. In oberen Etagen kommen je nach Raumgröße unterschiedliche Formate zum Einsatz. Je höher die Fensteroberkante, desto größer der Lichteinfall. Ein oder zwei mittig in der Zimmerwand angeordnete Fenster sorgen für einen gleichmäßigen Lichteinfall. Im Dachgeschoss erzielt man mit großen Dachflächen- und Gaubenfenstern viel Helligkeit.

Fensterrahmen gibt es in verschiedenen Ausführungen – für jeden Anspruch ist das passende Rahmenmaterial dabei. Eine Übersicht über die Vor- und Nachteile:

Aluminiumfenster
+ leichter und trotzdem stabiler Werkstoff
+ sehr große Elemente (z.B. Panoramafenster, -türen) möglich
+ widerstandsfähig und einbruchhemmend
+ sehr witterungsbeständig und wenig pflegeintensiv
– schlechte Wärmedämmung
– relativ hochpreisig
– temperaturanfällig

Holzfenster
+ regulieren die Luftfeuchtigkeit und sorgen für ein angenehmes Raumklima
+ gute Wärmedämmung
+ langlebig bei entsprechender Pflege
+ kleinere Schäden können einfach repariert werden
– relativ hohes Gewicht
– recht hochpreisig
– pflegeintensiv (regelmäßiger Anstrich)

Kunststofffenster
+ sehr leichter und preiswerter Werkstoff
+ hohe Energieeffizienz
+ guter Schallschutz
+ wenig pflegeintensiv
– Verformung bei großer Hitze möglich
– Schäden lassen sich nur schwer reparieren
– laden sich elektrostatisch auf und ziehen Staub an.

Als Rahmenmaterial stehen Aluminium, Holz und Kunststoff zur Auswahl (Vor- und Nachteile siehe Kasten). Immer häufiger wird heutzutage eine Kombination aus Holz für den Innen- und Aluminium für den Außenrahmen verbaut, um die Vorzüge der beiden Materialien zu verbinden. Bleibt noch die Frage nach der Fensterverglasung. Wärmeschutzglas bildet unter dem Aspekt der Energieeffizienz die gängige Basis. Darüber hinaus sollten die Fenster eventuell erhöhten Sicherheitsanforderungen entsprechen oder besonderen Schallschutz gewährleisten.

Tageslicht in fensterlosen Räumen

Häufig hat man es allerdings auch mit innenliegenden Räumen zu tun, bei denen sich die Fensterfrage gar nicht stellt. Trotzdem ist es natürlich wünschenswert, auch fensterlose Bäder, Treppenhäuser oder Flure mit natürlichem Licht zu versorgen. Ein so genannter Tageslichtspot macht´s möglich. Man muss sich die Konstruktion im Prinzip wie einen Lichtkamin vorstellen, der sich in nahezu jedem Dachtyp installieren lässt. Das Aluminiumrohr, das für verschiedene Dachneigungen erhältlich ist,schafft quasi eine Verbindung zwischen Dachfläche und Zimmerdecke und sorgt für eine optimale Lichtausbeute. Die Streuscheibe, die in der Decke des Raumes eingelassen wird, gewährleistet eine gleichmäßige Lichtverteilung im Raum.

Sicht- und Sonnenschutz

Bei aller Liebe zum Tageslicht darf aber eines nicht vergessen werden. Für nahezu alle Fensterflächen benötigt man einen Sicht- undSonnenschutz. Ersteres leistet eine zum Raum und seiner Funktion passende Fensterdekoration. Jalousien oder Rollos, (Schiebe-)Vorhänge, Gardinenund Plisseesverschaffen den Bewohnern Privatsphäre und bewahren sie vor neugierigen Blicken. Am besten berücksichtigt man bei der Materialauswahl auch, dass eine direkte Sonneneinstrahlung verhindert wird, die Böden, Möbel und Wohntextilien schädigen kann. Große, nach Süden ausgerichtete Fenster und Dachflächenfenster brauchen einen zusätzlichen Wärme- bzw. Kälteschutz. Wer dort keine Außenjalousien anbringen kann oder möchte, benötigt einen hochwertigen Schutz in Innern. Hierfür bieten sich beispielsweise Wabenplissees an: Sie bestehen aus zwei Stofflagen, die ein Isolier-Luftpolster umschließen. In warmen Sommermonaten beugen sie einem Wärmestau im Wohnbereich vor. In den kälteren Wintermonaten verhindern sie, dass die Heizungswärme über das Fenster abgegeben wird. Ein Alternative stellen spezielle Thermorollos dar. Sie sind mit einer hitzereflektierenden und zugleich kälteisolierenden Aluminiumbeschichtung auf der Rückseite versehen.

Text: Katrin Täubig
Fotos: epr/Josko; Velux/epr; epr/Schanz; epr/RENSON

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