Untervermietung gestatten?

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Frage:

Wir müssen darüber entscheiden, ob wir einer langjährigen Mieterin erlauben, eine Untervermietung vorzunehmen. Die Frau hat bislang mit ihren Kindern die Wohnung bewohnt, diese haben jetzt aber ihre eigenen Wohnungen. Der Ehemann war nach der Scheidung vor 12 Jahren ausgezogen. Sie gibt nun an, die Wohnung alleine finanziell nicht mehr halten zu können. Deshalb möchte sie an einen Herrn untervermieten, von dem wir den Eindruck haben, dass er sich sowieso sehr oft bei ihr aufhält. Er gefällt uns eigentlich nicht als Untermieter. Sind wir zur Zustimmung verpflichtet?

Antwort:

Nach ständiger Rechtsprechung des BGH muss ein Vermieter eine Untervermietung genehmigen, wenn das Interesse des Mieters an der Untervermietung das Interesse des Vermieters, eine solche nicht zu erlauben, übersteigt und mit der geltenden Rechts- und Sozialordnung im Einklang steht (BGH, Urteil vom 11.6.2014, Az. VIII ZR 349/13). Der Einzelfall muss natürlich nach diesem Grundsatz geprüft werden. Grundsätzlich gilt aber auch, dass die Erlaubnis zur Untervermietung verweigert werden kann, wenn in der Person des Untermieters gewichtige Gründe vorliegen. Das können wir Ihrer Frage nicht entnehmen. Wenn es hier der Mieterin darum geht, ihre finanzielle Belastung und die Kosten mit ihrem Partner zu teilen, ist dieses Interesse höher zu bewerten, als das Interesse des Vermieters an der Erlaubnisverweigerung (Beschluss des LG Berlin vom 10.1.18, Az. 65 S 202/17). In Ihrem Fall würde das bedeuten: Falls wichtige Verweigerungs-gründe nicht vorliegen, sollten Sie die Untervermietung gestatten.

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