Video als Beweis für vertragswidriges Verhalten?

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Frage:

Ich bin alleinige Eigentümerin eines Mehrfamilienhauses. Bei einer Mietpartei, die erst zwei Jahre da wohnt, habe ich den Verdacht, dass sie untervermietet. Selbst kann ich das kaum prüfen. Ich bin gehbehindert und kann das nur eingeschränkt kontrollieren. Darauf angesprochen bestreitet der Mieter die Untervermietung. „Er hätte eben öfter mal Besuch“. Im Haus selbst kann ich von anderen Mietern auch nichts erfahren. Ich habe nun einen Neffen, der sich in technischen Dingen gut auskennt. Er schlägt vor, eine Videokamera zu installieren. Die könnte unauffällig aus meinem Wohnbereich filmen und unter Umständen eine unzulässige Untervermietung dokumentieren und so vielleicht eine Kündigung möglich machen. Ich habe so meine Zweifel, ob das der richtige Weg ist.

Antwort:

Ihre Zweifel sind durchaus berechtigt. Wir haben bereits früher zu Fragen zum Einsatz von Videoaufnahmen auf dem Grundstück oder im Gebäude Stellung genommen. Solche Aufnahmen sind unzulässig und greifen in das allgemeine Persönlichkeitsrecht der gefilmten Personen ein. In Ihrem Fall wollen Sie darüber hinaus noch ein vertragswidriges Verhalten Ihres Mieters beweisen. Das ist unzulässig und nicht gerichtsverwertbar. In einem ähnlichen Fall entschied das Landgericht Berlin zugunsten des Mieters und wies die Kündigung ab. Durch die heimliche Installation einer Videokamera gegenüber der Wohnungseingangstür des Mieters hatte der Vermieter die Wohn- und Lebensverhältnisse des Mieters unverhältnismäßig und damit rechtswidrig ausgespäht (LG Berlin, Urteil vom 13. Februar 2020, Az. 67 S 369/18). Lassen Sie sich beraten. Es gibt legale Mittel und Wege, eine Untervermietung festzustellen, etwa eine Anfrage bei der Meldebehörde.

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