Von Anis bis Zitronenmelisse

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Ein kleines ABC der beliebtesten Heilpflanzen

Ein angegriffenes Immunsystem ist zusammen mit einem durch die Pandemie ohnehin gebeutelten Nervenkostüm die perfekte Grundlage für Erkältungen oder einfach nur schlechte Stimmung. Manche Beschwerden können auf pflanzlicher Basis gelindert werden. Diese Übersicht stellt eine Auswahl der beliebtesten Heilpflanzen und deren Wirkung vor und informiert, welche Pflanzen man getrost aus dem Wald mitnehmen darf. Übrigens: Viele Heilpflanzen lassen sich ganz einfach im Garten oder auf dem Balkon anbauen! Das ist nicht nur der Gesundheit zuträglich und sieht gut aus, sondern duftet auch meistens hervorragend.

Die Heilpflanze

Die Geschichte der Heilpflanzen reicht bis zu den Ägyptern zurück. Systematisch aufgezeichnet wurden die Wirkungen von bestimmten Pflanzen auf Krankheiten im Mittelalter. Erst in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es auch erste wissenschaftliche Forschungen zur Wirkung von Heilpflanzen. Pflanzen werden als Heilpflanzen bezeichnet, wenn sie Alltagsprobleme oder Krankheiten lindern können.

Salbei

Die Gerb- und Bitterstoffe vom Salbei lösen Magenkrämpfe und wirken gegen  Blähungen, Bronchitis und Keuchhusten. Zudem haben die ätherischen Öle einen antibakteriellen Einfluss.

Anis

Die krampflösende Wirkung kann ideal bei Magenschmerzen eingesetzt werden. Auch bei einer Bronchitis kann Anis als Hilfsmittel hinzugezogen werden.

Kamille

Durch die enthaltenen Bitterstoffe sowie Öle wirkt sie beruhigend bei Magen-Darm-Beschwerden. Zudem hat Kamille eine entzündungsstillende Wirkung.

Rosmarin

Rosmarin enthält Cineol und Borneol. Diese Inhaltsstoffe wirken schmerzlindernd, krampflösend sowie beruhigend.

Pfefferminze

Diese Heilpflanze macht sich nicht nur gut in einem Mojito, sondern hilft bei Kopfschmerzen, Magen-, Leber- und Gallenbeschwerden und sogar bei leichten Erkältungsbeschwerden.

Lavendel

Kumarin und ätherische Öle tragen bei nervösen Zuständen zur Beruhigung bei und helfen beim Einschlafen.

Thymian

Der Inhaltstoff Thymol unterstützt bei Husten und Erkältung. Dabei stimuliert er das Immunsystem und wirkt zudem krampflösend bei Menstruationsbeschwerden.

Zitronenmelisse

Sie ist vielseitig einsetzbar durch die therapeutisch wirksamen Inhaltsstoffe und hilft bei Stress, Angststörungen, beim Einschlafen und sogar bei Insektenstichen.

Brennnessel

Sie enthält zahlreiche Inhaltsstoffe wie Vitamine, Spurenelemente und Mineralien und kann zur Unterstützung bei Muskel- und Gelenkbeschwerden und bei Hautproblemen genutzt werden. Aber auch als Hilfsmittel bei Nieren- und Harnstein, Rheumatismus oder Durchblutungsstörungen.

Löwenzahn

Löwenzahn ist einsetzbar bei Verstopfungen, Husten und Bluthochdruck.

Achtung Überdosis!

In der Regel ist die Nutzung von Heilkräutern unbedenklich. Wer sie aber ­regelmäßig nutzt oder hartnäckige Beschwerden loswerden möchte, sollte auf jeden Fall einen Heilpraktiker, Arzt oder Apotheker zur Einnahme befragen, denn auch hier kann der Fall einer Überdosis eintreten.

Was darf gepflückt werden?

Im Rahmen der individuellen Erholung dürfen Waldfrüchte in geringen Mengen mitgenommen werden. Allerdings gibt es Schutzgebiete, in denen dies verboten ist (Übersicht unter https://bit.ly/3nS8n19). Bei der Definition der Menge gilt die Regel: Was in die Hand passt, darf mitgenommen werden. Beim Sammeln ist es verboten, die Wurzel zu verletzen oder gar auszugraben, denn es muss gewährleistet bleiben, dass die Pflanze weiterhin existieren und wachsen kann. In der Regel verboten ist die Mitnahme von Zweigen und Ästen, beispielsweise von Forsythien, Hasel- oder Weidenbüschen, weil durch das Abtrennen die Pflanze verletzt werden kann. Zudem dienen einige von ihnen – wie beispielsweise die Weidenkätzchen – den Wildbienen und Schmetterlingen als Nahrungsquelle und sollten deshalb in der Natur belassen werden. Liegt also keine ausdrückliche Genehmigung des Waldbesitzers vor, sind die Sträucher tabu.

Zu den erlaubten Mitbringseln aus der Natur gehört beispielsweise Bärlauch, der hervorragend als Knoblauchersatz in der Küche eingesetzt werden kann und bereits ab Mitte März im Wald zu finden ist. Beeren wie etwa Holunder, Brombeeren oder Sanddorn dürfen nicht nur vor Ort vernascht, sondern auch gesammelt werden. Auch ein Handstrauß mit Gräsern oder Wildblumen, wie z. B. Schafgarbe, Strohblumen oder Kamille darf für Zuhause gepflückt werden. Hier sollte man eine Schere oder ein scharfes Messer zum Abtrennen der Stängel mitnehmen, da ein glatter Schnitt verträglicher für die Pflanze ist.   

Text: ARAG
Bild: exclusive-design©AdobeStock

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