Wie wird die Balkonfläche richtig berechnet?

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Frage:

Im Bekanntenkreis haben wir kürzlich die Frage der anrechenbaren Balkonfläche für die Wohnungsgröße diskutiert. Mehrere von uns haben Immobi­lien mit Balkonen. Bei der Berechnung der Wohnfläche wurden diese teilweise mit 50 Prozent angerechnet. Bisher glaubten wir auch, dass dies richtig ist. Nun meinte einer unserer Freunde, er habe gelesen, dass ein Urteil ergangen ist, wonach die Balkonfläche höchstens bis zu 25 Prozent angerechnet werden darf. Er konnte uns nicht sagen, wo er das gelesen hat. Da wir bei zukünftigen Entscheidungen dazu nichts falsch machen wollen, würden wir gerne wissen, ob unser Bekannter das richtig wiedergegeben hat. Könnten Sie etwas dazu ausführen?

Antwort:

Grundsätzlich regelt sich die anrechenbare Balkonfläche nach der Wohnflächenverordnung (WFlV). Danach ergibt sich, dass die Grundfläche von Balkonen in der Regel zu einem Viertel, höchstens jedoch zur Hälfte auf die Wohnfläche anzurechnen ist. Ihr Bekannter bezieht sich möglicherweise auf eine Entscheidung des Landgerichts Berlin, wonach bei der Ermittlung der Wohnfläche die Balkonfläche höchstens zu einem Viertel zu berücksichtigen ist. Dies gilt für Mietverträge, die ab dem 1. Januar 2004 geschlossen wurden. Vorher war grundsätzlich eine Anrechnung von bis zu 50 Prozent der Fläche des Balkons möglich. Die Entscheidung des Gerichts (Urteil vom 17. Januar 2018 – 18 S 308/13) ist jedoch differenziert zu betrachten. Insbesondere hat das Gericht ausgeführt, dass eine Anrechnung zu mehr als einem Viertel dann gerechtfertigt ist, wenn eine entsprechende örtliche Übung existiert. Was das im Einzelnen bedeutet, ließ das Gericht offen. Allerdings ließ das Gericht zur Klärung einer einheitlichen Regelung die Revision zu. In der bisherigen Rechtsprechung dazu findet man überwiegend die Auffassung, dass auch eine Veranschlagung von bis zu 50 Prozent gerechtfertigt ist, wenn zum Beispiel die besondere Lage (Südbalkon) oder Ausstattung (Überdachung) eines Balkons den Schluss zulässt, dass sich dieser von herkömmlichen Balkonen erheblich unterscheidet. Ob diese Voraussetzungen vorliegen, muss im Einzelfall geprüft werden.

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