Erste Auswirkungen der Wohnimmobilienkreditrichtlinie

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Durch fehlende Ausweisung von Neubaugebieten, sowie immer neue Vorschriften beim Schallschutz, Brandschutz, bei Dämmung und mehr hat der Staat für einen starken Anstieg der Bau- und Kaufpreise in den letzten Jahren gesorgt. Andererseits haben die Hypothekenzinsen ein historisch niedriges Tief erreicht: Bei 10-jähriger Laufzeit sind im Bundesdurchschnitt 1,3 Prozent Zins, bei 20-jähriger Laufzeit 2,0 Prozent Zins zu bezahlen.

Keine Probleme für gesicherte Kredite

Bei einer werthaltigen Immobilie, einem Drittel Eigenkapital, sowie einem gesicherten und genügend hohen Einkommen, um Zins und Tilgung zu tragen, gab es bei der Kreditaufnahme für eine Immobilie bisher kaum Probleme. Im Gegenteil, in den letzten Jahren lag das durchschnittliche Eigenkapital bei 22 Prozent der Erwerbskosten für eine Immobilie. Unter besonderen Umständen wurden sogar Finanzierungen zu 100 Prozent vorgenommen. Die Banken und Sparkassen orientierten sich bei der Kreditvergabe an der Werthaltigkeit der Immobilie und deren voraussichtlichen Wertsteigerung. Es galt: Lage, Lage, Lage! Den Banken und Sparkassen war eine Immobilienfinanzierung dann sicher, wenn bei einem Ausfall des Kredits der Restbetrag, sowie die Zinsen und Kosten im Wege der Zwangsversteigerung wieder eingespielt werden konnten. Die oben genannten Voraussetzungen gelten weiter. Aber seit 21. März 2016 gelten zusätzlich die Bestimmungen der Wohnimmobilienkreditrichtlinie. Für Kauf- und Bauwillige ist es jetzt schwieriger einen Kredit zu erhalten. Wie kommt das?

Konsequenzen aus der Immobilien und Finanzkrise

„Faule Immobilienkredite“ in den USA – bei oft variablem Zinssatz für Hypotheken wurden an Hauskäufer Kredite ausgereicht, obwohl schon bei Abschluss des Kreditvertrags klar war, dass bei der geringsten Zinserhöhung der Käufer/Bauherr den Durch fehlende Ausweisung von Neubaugebieten, sowie immer neue Vorschriften beim Schallschutz, Brandschutz, bei Dämmung und mehr hat der Staat für einen starken Anstieg der Bau- und Kaufpreise in den letzten Jahren gesorgt. Andererseits haben die Hypothekenzinsen ein historisch niedriges Tief erreicht: Bei 10-jähriger Laufzeit sind im Bundesdurchschnitt 1,3 Prozent Zins, bei 20-jähriger Laufzeit 2,0 Prozent Zins zu bezahlen. Kredit nicht mehr wird bedienen können. Die Immobilienblase platzte. Das Bankhaus Lehmann-Brothers und andere Banken gingen Pleite. Dies führte zu einer weltweiten Finanzkrise, deren Auswirkungen bis heute zu spüren sind. In Spanien hatte sich eine vergleichbare Immobilienblase gebildet. Um solche Fehlentwicklungen in Zukunft zu unterbinden und Immobilienkäufer vor einer sicher zu erwartenden Pleite zu bewahren hat die EU bereits 2014 eine Wohnimmobilienkreditrichtlinie zum Verbraucherschutz verabschiedet. Diese wurde von der Bundesregierung nun in nationales Recht umgesetzt und gilt seit 21. März 2016. Danach müssen Banken und Sparkassen bei einer Immobilienfinanzierung viel mehr als bisher das Alter, den Beruf, die familiäre Situation, die Sicherheit des Arbeitsplatzes, die voraussichtliche Entwicklung der Einkommensverhältnisse und anderes mehr berücksichtigen, um zu verhindern, dass sie im Falle eines vielleicht erst nach Jahren eintretenden Scheiterns der Finanzierung vom Kunden auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden. Der Gesetzgeber hat durch diese Regelung die Haftung für Risiken, die ausschließlich im Bereich der Kreditnehmer liegen, auf die Banken und Sparkassen übertragen. Um einer möglichen Haftung zu entgehen und keinen Ärger mit der Bankenaufsicht (Bafin) zu bekommen, handhaben die Banken und Sparkassen die Kreditvergabe für Immobilien seit in Kraft treten der WKR restriktiv. Davon sind folgende Kreditnehmer betroffen:

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