Intelligente Wohnkonzepte – Wie werden wir in Zukunft wohnen?

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Der Trend für Wohnkonzepte ist eindeutig: Es zieht die Menschen vom Land in die Stadt. Dort wächst die Nachfrage nach hochwertigem Wohnraum stetig, die Gründe dafür sind vielfältig. Ältere Leute sehnen sich nach kurzen Wegen und einem engmaschigen Netz aus Nachbarn, Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten. Jüngere suchen einen gut bezahlten Arbeitsplatz und möchten dafür keine langen Anfahrtswege in Kauf nehmen. Wer es sich leisten kann, wohnt urban und citynah. Die drei wesentlichen Kriterien für den Immobilienerwerb lauten also auch weiterhin „Lage, Lage, Lage“, bedeuten aber mittlerweile ganz konkret „zentral, nah, kurz“, wie es Prof. Dr. Opaschowski, Autor des Buches „Deutschland 2030”, so treffend beschreibt.

Multifunktionale Wohnkonzepte

Durch diese zunehmende Verdichtung, aber auch aufgrund immer individuellerer Wohn-, Arbeits- und Lebensweisen müssen neue Wohnkonzepte entwickelt werden. Denn die klassische Grenze zwischen Wohnen und Arbeiten beziehungsweise Familie und Freundeskreis verwischt zunehmend. Es entstehen generationenübergreifende Wohnprojekte, Co-Working Spaces und ‚Rund um die Uhr-Services‘ für Kinder und Senioren. Durch moderne Technik und digitale Vernetzung ergeben sichzudem ganz neue Ansprüche an den Wohnungsbau. Das „intelligente“ Haus, das mit innovativen Steuerungs- und Kommunikationstechnologien Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik und Energieversorgung verknüpft, wird in rund zwanzig Jahren wahrscheinlich schon Standard sein. Unter dem Begriff „Smart Home“ werden heute schon verschiedene Technologien und Systeme angeboten, die Sicherheit, Komfort und Energieeffizienz vernetzen.

Effiziente Energieversorgung

Ein umweltschonender und energieeffizienter Gebäudebetrieb wird immer mehr an Bedeutung gewinnen. Denn nur so sind die gesetzlichen Vorgaben der Bundesregierung in Bezug auf Energieeffizienz und-einsparung einzuhalten. Ähnlich wie in der Automobilindustrie muss also auch im Haus- und Wohnungsbau umgedacht werden. Häuser müssen ihren Energieverbrauch nicht nur drastisch senken – bestenfalls produzieren sie diesen sogar selbst. Das so genannte Plusenergiehaus gewinnt beispielsweise mehr Energie, als es von außen bezieht. Über thermische Solaranlagen und Photovoltaikanlagen sorgt es für 100 Prozent regenerative Energie für Heizung, Warmwasser und Elektrizität. Zu viel produzierter Strom kann an den örtlichen Energieversorger verkauft werden.

Umweltschonende Bauweise

Bauen nach ökologischen Maßstäben und mit natürlichen Materialien wird immer populärer. Dahinter verbirgt sich auch der Anspruch, künftigen Generationen eine lebenswerte und intakte Umwelt zu hinterlassen. In erster Linie geht es um die Verwendung von Baustoffen, deren Gewinnung, Verarbeitung und Entsorgung möglichst umweltverträglich ist. Aus diesem Grund wird Bauen und Wohnen mit Holz immer beliebter. Denn nicht nur die Öko-Bilanz dieses Materials ist hervorragend, auch unter den Aspekten Wohngesundheit und Wohlgefühl kann Holz punkten. Ebenfalls auf dem Vormarsch: Baumaterialien, bei deren Entwicklung die Bionik zurate gezogen wird. Diese Wissenschaft analysiert die Natur und versucht, ihre Mechanismen zu kopieren. Das wohl bekannteste Beispiel ist der so genannte Lotus-Effekt. Auf Ziegel und Wandfarben übertragen, sorgt er dafür, dass Wasser auf ihnen einfach abperlt und eventuellen Schmutz dabei gleich mitnimmt.

Text: Katrin Täubig
Fotos: tdx/Mocopinus

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