Zumutbare Entfernung zur Belegeinsicht

0

Frage:

Nachdem ich einer Mietpartei die Betriebskostenabrechnung noch fristgemäß für das Rechnungsjahr 2020 zugesendet habe, verlangen die Mieter nun Einsicht in die Belege. Es ergibt sich erstmals, im Gegensatz zu den Jahren davor, eine Nachzahlung. Ich habe den Mietern angeboten, die Belege bei mir zuhause einzusehen und mehrere Termine benannt. Nunmehr teilen die Mieter mit, dass ihnen die Anreise nicht zumutbar sei und verlangen die Zusendung der Belege. Meine Immobilie, in der sich die Mietwohnung befindet, ist 36 km von meinem eigenen Wohnort entfernt. Meine Frage wäre jetzt, ob ich verpflichtet bin, die Belege den Mietern zuzusenden?

Antwort:

Unstreitig ist, dass Ihrer Mietpartei die Einsichtnahme bei Ihnen zumutbar ist, wenn diese im gleichen Anwesen oder in unmittelbarer Nähe wohnen. Was da als zumutbare Entfernung anzusehen ist, hat in verschiedenen Urteilen aber auch zu unterschiedlichen Einschätzungen geführt. Wir benennen Ihnen zwei Urteile zur Orientierung. Das Amtsgericht Höxter hat in einem anstehenden Fall eine Entfernung von 65 km als unzumutbar angesehen. Daraufhin wurde eine Klage auf Zahlung der Nachforderung aus einer Betriebskostenabrechnung abgewiesen (Urteil vom 13.10.2021, Az. 10 C 154/21). Das Amtsgericht Dortmund hatte bereits eine Entfernung von 16 km zur Wohnung des Vermieters als unzumutbar angesehen (Urteil vom 3.2.2015, Az. 423 C 8722/14). Sie erkennen an den beispielhaften Urteilen, dass es wohl wenig Sinn macht, den Mietern die Zusendung der Belegkopien bei der von ihnen benannten Entfernung von 36 km zu verwehren.

Kommentare sind geschlossen.